Master Cheng in Pohjanjoki

Master Cheng in Pohjanjoki

Mika Kaurismäki lässt einen chinesischen Küchenchef in ein abgelegenes finnisches Dorf reisen.

Master Cheng in Pohjanjoki
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Mestari Cheng
Finnland, China, Großbritannien 2019

Regie: Mika Kaurismäki
Mit: Anna-Maija Tuokko, Pak Hon Chu, Lucas Hsuan

114 Min. - ab 6 Jahren

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28.07.2020

Von Madeleine Wegner

Fongtrong. Das ist es, wonach Cheng sucht in diesem kleinen, finnischen Dorf. Er wirkt wie gestrandet hier in der weiten Landschaft Lapplands, auch in dem familiären Imbiss, in dem die immer gleichen Gestalten sitzen. Cheng wird nicht wieder gehen, bis er Fongtrong gefunden hat. Doch wer ist dieser Fongtrong? Ein Geschäftsmann aus der nächstgrößeren Stadt? Oder ist es diese Druckkessel-Firma im Süden, von der die Bauarbeiter erzählen?

Gut, dass Cheng (Pak Hon Chu) mit seinem kleinen Sohn Nunjo ausgerechnet in Sirkkas Imbiss gelandet ist. Kulinarisch bietet die alleinstehende Wirtin (Anna-Maija Tuokko) zwar keine Highlights, dafür gibt sie Cheng ein Dach über dem Kopf. Mit großem, verletzten Herzen hat auch sie schwer an ihrer Vergangenheit zu knabbern.

Als ganz zufällig eine chinesische Reisegruppe an Sirkkas Imbiss Halt macht, schlägt Chengs große Stunde. Mit seinen Kochkünsten sorgt er nicht nur für Begeisterung bei seinen Landsleuten und klingelnden Kassen an diesem Tag, sondern überzeugt bald auch die einheimischen Stammgäste. Denn Chengs chinesische Gerichte sind nicht nur schmackhaft, sondern haben offenbar auch heilende Wirkung.

Kochen, genießen, lieben – noch eine Prise Exotik und Melancholie dazu und fertig ist ein bewährtes Filmerfolgsrezept. Doch Mika Kaurismäki – Bruder des gefeierten Regisseurs Aki Kaurismäki – hat sich bei „Master Cheng in Pohjanjoki“ offensichtlich zu steif ans Rezept gehalten. Es fehlt ihm an Inspiration.

Die Geschichte ist nicht allzu einfallsreich, sie ist auffallend klassisch bis nahezu unerträglich kitschig erzählt und die Dialoge sind hölzern. Nicht zuletzt bemüht er sich, möglichst jedes Klischee abzuhandeln – von den

Finnen, die nur Wurst und weichgekochte Matschepampe in sich hineinschaufeln, bis zu den Chinesen, die mit Selfiestick aus

dem Reisebus stolpern und die natürlich kein „r“ korrekt aussprechen können. So sehnt man am Ende eine Auflösung herbei, die das Ganze doch noch als Satire enttarnen möge.

Lecker kochen, verlieben, Hindernisse überwinden: Nach Erfolgsrezept gekocht, jedoch allzu fade abgeschmeckt.

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Erstellt:
28. Juli 2020, 15:56 Uhr
Aktualisiert:
28. Juli 2020, 15:56 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Juli 2020, 15:56 Uhr

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