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Lara

Lara

Im Drama von „Oh Boy“-Regisseur Jan-Ole Gerster pflegen Corinna Harfouch und Tom Schilling eine schwere Mutter-Sohn-Beziehung, die auf einem Konzert eskaliert.

Lara
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Deutschland 2019

Regie: Jan-Ole Gerster
Mit: Corinna Harfouch, Tom Schilling, André Jung

98 Min. - ab 0 Jahren

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06.11.2019

Von Madeleine Wegner

Ausgerechnet in diesem Moment klingelt es an der Tür. Lara steht am Fenster, auf einem Stuhl, bereit zum letzten Sprung, unter ihr die große Stadt. So beginnt ein weiterer grauer Tag, an dem sie sich unterkühlt durchs Leben quält – es ist ihr 60. Geburtstag.

Sieben Jahre nach seinem Überraschungserfolg „Oh Boy“ liefert Jan-Ole Gerster mit „Lara“ erneut ein in der Hauptstadt verortetes Drama – diesmal nicht nach einem eigenen, sondern nach dem Drehbuch des slowenischen Autors Blaž Kutin. Dennoch gibt es Parallelen. War es in „Oh Boy“ die Schwarz-Weiß-Ästhetik, die so wirkte, als solle sie seinem Film auf Teufel komm raus einen intellektuellen Anstrich geben, so ist es in „Lara“ eine spezielle Art, die an französische Filme erinnert. Sie wirkt jedoch deplatziert, beinahe schon lächerlich. Das gilt vor allem für die völlig unpassende Filmmusik, aber auch für die Protagonistin (eiskalt und konsequent regungsarm von Corinna Harfouch gespielt): eine Frau, verloren im Leben wie in der großstädtischen Landschaft, zwischen Betonfassaden oder auch in pittoresken Straßen, durch die das Herbstlaub weht. Sie lässt sich durch den Tag treiben. Ihr Gesicht verrät selten eine Regung, jede ihrer rätselhaft wirkenden Taten wird zu einem Puzzleteil ihrer Geschichte, ihrer Psyche. Sie ist eine gescheiterte Mutter, die ihr eigenes Leben verpfuscht hat und die das ihres Sohnes deshalb sabotiert.

Tom Schilling, der sich als Protagonist in „Oh Boy“ einen Tag lang durch Berlin treiben ließ, ist hier in einer Nebenrolle zu sehen: Er ist Laras Sohn, ein junger Pianist, und er gibt den äußerst sensiblen Musiker eben genau so, wie man ihn sich gemeinhin vorstellt.

Letztlich will dieser Film etwas, was er nicht einlösen kann. Und doch gelingt ihm auf beklemmende Art eine essentielle Warnung für eine lebenswichtige Lektion.

Wer „Oh Boy“ mochte, wird wohl auch diesem unbedingt intellektuell wirken wollenden Drama etwas abgewinnen.

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Erstellt:
6. November 2019, 13:04 Uhr
Aktualisiert:
6. November 2019, 13:04 Uhr
zuletzt aktualisiert: 6. November 2019, 13:04 Uhr

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