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Ich war noch niemals in New York

Ich war noch niemals in New York

Musicalverfilmung und Komödie mit deutschem Staraufgebot über eine chaotische Schiffsreise über den Atlantik.

Ich war noch niemals in New York
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Deutschland, Österreich 2019

Regie: Philipp Stölzl
Mit: Heike Makatsch, Moritz Bleibtreu, Katharina Thalbach

129 Min. - ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

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15.10.2019

Von Madeleine Wegner

Man muss über die Handlung nicht viel Worte verlieren: Jemand, in diesem Fall Katharina Thalbach in der Rolle der Mutter von Fernsehmoderatorin Lisa Wartberg (Heike Makatsch), fällt auf den Kopf und verliert ihr Gedächtnis. Irgendwie gerät sie auf ein Traumschiff, das New York ansteuert und auf dem sich ein vielfältiges Beziehungsgeflecht zwischen ihr, anderen Passagieren und der Crew entspinnt. Ist aber eigentlich völlig egal, denn die Handlung des Films zielt vornehmlich darauf ab, Überleitungen von einem Udo-Jürgens-Hit zum nächsten zu schaffen.

Der Film versucht nicht einmal, den Anschein zu erwecken, es ginge um etwas anderes. Als Zuschauer meint man gelegentlich, Drehbuchautor Alexander Dydyna, Regisseur Philipp Stölzl und Produzentin Regina Ziegler dabei über die Schultern schauen zu können, wie sie sich an einem feuchtfröhlichen Abend schenkelklopfend Ideen zurufen, mit denen man innerhalb weniger Minuten „Merci Cherie“, „17 Jahr, blondes Haar“ und „Liebe ohne Leiden“ in einer Filmhandlung unterbringen könnten.

Spätestens als sich die Angestellten des Traumschiffs, die für die niedrigen Arbeiten zuständig sind, als griechische Gastarbeiter entpuppen (man ahnt, zu welchem Jürgens-Song), fallen die letzten Hemmungen.

Die legen neben Katharina Thalbach und Heike Makatsch auch Uwe Ochsenknecht als schmieriger Gesellschafter, Moritz Bleibtreu als alleinerziehender Vater und der großartige Pasquale Aleardi als schwuler Bordzauberer rasch ab.

Sie spielen sich in einen bonbonfarbenen Rausch des Kitsches und der tiefen Gefühle. Dabei geben sie die neu arrangierten Hits des 2014 verstorbenen österreichischen Barden mit Inbrunst und zugleich der angemessenen ironischen Distanz zum Besten.

Es ist ein stilsicheres Arrangement, bei dem Retro-Bildsprache, Schlagertexte und schauspielerische Leistungen sich zu einem Gesamtkunstwerk mit gekonnt inszenierten Trash-Elementen vereinen.

Noch während man sich fragt, ob der Extrem-Sonnenuntergang hinter den Fenstern der Bordkabine als Romantik-Kulisse nicht vielleicht doch eine Spur zu dick aufgetragen ist, springen auch noch Delfine aus dem Meer. Dieser Film ist so überraschend gut, als hätte ihn sich Dieter Thomas Kuhn in einem herrlich pastellfarbenen Drogenrausch einfallen lassen.

Keine Angst vor den Untiefen des Schlagers: Dies ist ein herrlich überdrehter und selbstironischer Gute-Laune-Garant.

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Erstellt:
15. Oktober 2019, 12:33 Uhr
Aktualisiert:
15. Oktober 2019, 12:33 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Oktober 2019, 12:33 Uhr

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