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Ein Gauner & Gentleman

Ein Gauner & Gentleman

Robert Redford spielt einen höflichen wie gerissenen Bankräuber, dem die Polizei auf den Fersen ist. An seiner Seite: Tom Waits.

Ein Gauner und Gentleman
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The Old Man & The Gun
USA 2018

Regie: David Lowery
Mit: Robert Redford, Tom Waits, Sissy Spacek, Tika Sumpter, Danny Glover, Casey Affleck

93 Min. - ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

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26.03.2019

Von Madeleine Wegner

Charmanter als er hat noch keiner eine Bank überfallen. Gekleidet in einen gut sitzenden Anzug tritt Forrest Tucker ruhig an den Schalter, mit einem freundlichen Lächeln informiert er die Bankangestellte hinter dem Tresen, dass sie gerade Zeugin eines Überfalls wird. Höflich fordert er sie auf, alles Bargeld in seiner Tasche zu verstauen. „Er war so freundlich“, berichten die Opfer des einen Banküberfalls. „Er hat so gelassen und glücklich gewirkt“, sagen die anderen. Selbst Polizist John Hunt (Casey Affleck), der den betagten Bankräuber unbedingt fassen will, verfällt mit der Zeit Tuckers Charme.

Forrest Tucker, ein Gentleman um die 70, glänzend gespielt von Robert Redford, raubt seit über einem halben Jahrhundert Banken aus. Dabei lässt er sich nicht erwischen oder bricht eben immer wieder aus dem Gefängnis aus. Diese Geschichte ist nicht frei erfunden.

Regisseur David Lowery bezieht sich damit auf einen Bericht in der New York Times aus dem Jahr 2003. Vor allem aber ist „Ein Gauner & Gentleman“ die Rolle für den großen und mittlerweile 82-jährigen Robert Redford, der angekündigt hatte, mit diesem Film möglicherweise seine Schauspieler-Karriere zu beenden. Mittlerweile bereue er diese Aussage, sagte Redford kürzlich – sie habe die Aufmerksamkeit weg vom Film gezogen.

Tatsächlich ist diese langsam erzählte Geschichte ein Rückblick auf Redfords Karriere. Sie ist voller Anspielungen und macht sich unaufgeregt den Geist von „Der Clou“, „Butch Cassidy and Sundance Kid“ und „Der große Gatsby“ zu eigen.

Zugleich ist der Film eine schöne und zärtliche, aber auch unerfüllte Romanze (umwerfend in der Rolle der Jewel: Sissy Spacek), die nur für den jeweiligen Moment Bestand haben kann. Eher witzig sind die Rückblenden ins Jahr 1981: Redford sieht kaum jünger aus – vielleicht auch das ein Indiz des Alters: Zehn oder 20 Jahre, vermutlich macht das irgendwann keinen allzu großen Unterschied mehr.

Der Musiker Tom Waits bleibt in der Rolle des Waller, einer der beiden Komplizen Tuckers, erstaunlich farblos. Vielleicht hat Tom Waits diese Rolle nur angenommen, um einen der herrlichsten Sätze des Films zu sagen, den er Forest Tucker vorwurfsvoll entgegenraunzt: „Ich bin jetzt 67 Jahre alt. Langsam mache ich mir wirklich Gedanken über meine Zukunft.“

Doch wenn Tuckers Geschichte und Redfords Karriere tatsächlich so viele Parallelen haben sollten, brauchen wir uns um die Zukunft wenig zu sorgen: Denn dann besteht Hoffnung, dass Robert Redford weitermacht – schließlich kann es ja auch der Freigeist Forrest Tucker trotz seines Alters einfach nicht bleiben lassen.

Ein Film passend zum Thema Alter: langsam erzählt, etwas kauzig und doch irgendwie von eigenwilligem Charme.

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Erstellt:
26. März 2019, 02:22 Uhr
Aktualisiert:
26. März 2019, 02:22 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. März 2019, 02:22 Uhr

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