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Die brillante Mademoiselle Neila

Die brillante Mademoiselle Neila

Duell zwischen einem Jura-Professor mit rassistischen und sexistischen Anwandlungen und einer algerischstämmigen Studentin.

Die brillante Mademoiselle Neila
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Le Brio
Frankreich, Belgien 2017

Regie: Yvan Attal
Mit: Daniel Auteuil, Camélia Jordana, Nozha Khoudra

97 Min.

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26.06.2018

Von Dorothee Hermann

Diesmal ist Pierre Mazard (verbissen-elitär: Daniel Auteuil) endgültig zu weit gegangen: Als der Rhetorikprofessor die frischgebackene Studentin Neila (Camélia Jordana) vor dem vollbesetzten Hörsaal heruntermacht, hat er nicht bedacht, dass die Studierenden alles live aufgezeichnet haben. Ein Shitstorm ist vorprogrammiert.

Doch der frauenfeindliche Junggeselle stemmt sich mit der ganzen Wucht seiner rassistischen und sexistischen Einstellungen dagegen, dass die Zeiten sich geändert haben. Neila hingegen scheint sich häufig zu fragen, ob sie der neuen Zeit trauen kann. Als der arrogante Kotzbrocken sie überraschend zum Rhetorik-Training einbestellt, ahnt sie nicht, dass das für ihn die einzige Möglichkeit ist, ein Disziplinarverfahren der Universitätsleitung noch abzuwenden: Nun soll er die Studentin mit Migrationshintergrund für einen landesweiten Redewettbewerb coachen.

Für Neila wird es eine Ochsentour, denn der verbiesterte Pierre ist natürlich nicht von einem Augenblick auf den anderen geläutert. Dennoch garantiert es das Genre Komödie, dass das ungleiche Gespann das große Ziel Schritt für Schritt tatsächlich erreicht. Die Pointen liefern die Etappen dieses Unterfangens: Was der zynische Professor Neila alles zumutet - und wie sie ihrerseits den alten Knacker ziemlich befremdlich aussehen lässt. Nebenbei lässt der Film durchblicken, dass Studierende wie Neila im elitären französischen Bildungssystem einen Mentor brauchen dürften, um wirklich voranzukommen.

Camélia Jordana ist in Frankreich auch als Musikerin bekannt und in Tübingen aus einer anderen Kulturclash-Komödie in bester Erinnerung: „Voll verschleiert“, dem Eröffnungsfilm der Französischen Filmtage 2017.

Regisseur Yvan Attal stammt selbst aus der Pariser Vorstadt Créteil, in die Neila jeden Abend von der Uni zurückkehrt. In einem Hochhaus mit toller Aussicht teilt sie eine lichtdurchflutete Wohnung mit der Mutter. Das ist so anders als in den üblichen Armutsansichten aus der Banlieue, dass man sich verblüfft die Augen reibt. Attals Eltern waren jüdische Algerienfranzosen, die sich nach der Unabhängigkeit des Landes 1962 im Großraum Paris ansiedelten.

Eine Studentin aus den Banlieues und ein ätzender Professor im Sperrfeuer der gegenseitigen Vorurteile.

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Erstellt:
26. Juni 2018, 17:37 Uhr
Aktualisiert:
26. Juni 2018, 17:37 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Juni 2018, 17:37 Uhr

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