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Der andere Liebhaber

Der andere Liebhaber

Ein heikles Verwirrspiel um eine junge Frau, die mit zwei Therapeuten, die zugleich Zwillingsbrüder sind, ein Verhältnis eingeht.

Der andere Liebhaber
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L'Amant Double
Frankreich, Belgien 2017

Regie: Francois Ozon
Mit: Marine Vacth, Jérémie Renier, Jacqueline Bisset

107 Min. - ab 16 Jahren

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15.01.2018

Von Madeleine Wegner

Chloé ist jung und schön. Und sie hat Probleme: Depressionen und ständige Bauchschmerzen plagen sie. Hilfe erhofft sie sich von dem sanftmütigen Psychotherapeuten Paul. Er scheint zu haben, was ihr fehlt – die beiden verlagern die Sitzungen alsbald ins gemeinsame Schlafzimmer. Nur durch einen Zufall entdeckt die junge Frau wenig später, dass ihr Liebhaber einen Zwillingsbruder hat, den Paul ihr verschwiegen hat. Auch dieser ist Psychotherapeut. Und auch von ihm kann Chloé nicht die Finger lassen, verkörpert er doch das Gegenstück zu seinem Bruder (in einer Doppelrolle: Jérémie Renier). Tiefe Einblicke also? Ja, allerdings nur mit den Augen eines Gynäkologen.

Marine Vacth, mit der François Ozon bereits „Jung und schön“ drehte, beeindruckt auch in der Rolle der Chloé und mit ihrem Spiel, das zwischen unterkühlt und überhitzt changiert. Ozon wartet zudem mit einer überbordenden Symbolik auf – von der weißen Orchidee im Wartezimmer über das Wechselspiel der Farben bis hin zum Spiegelkabinett. Ähnlich viele Anspielungen finden sich von Cronenberg bis Freud im kulturtheoretischen Unterbau des Films.

Doch nützt ihm das letztlich wenig. Ozon lockt die Zuschauer auf eine falsche Spur. Denn ist es nicht das Brüderpaar, das hier Abgründe offenbart. Das macht diesen Film letztlich so unglaubwürdig: Diese Puzzleteile wollen einfach nicht so richtig zusammenpassen.

Weckt falsche Hoffnungen: Anstatt tiefe Einblicke in die Psyche zu geben, kratzt der Film lediglich an der Oberfläche.

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Erstellt:
15. Januar 2018, 19:51 Uhr
Aktualisiert:
15. Januar 2018, 19:51 Uhr
zuletzt aktualisiert: 15. Januar 2018, 19:51 Uhr

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Elli Emann 21.01.201811:08 Uhr

In meinen Augen ein hervorragender Film, ein typischer Ozon. Gut komponierte Szenen und Bilder, Architektur und Raumausstattung spielen eine wichtige Rolle, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Grenzen zwischen Realität und Träumen/Fiktionen verschwimmen, sie siind oft für den Zuschauer nur schwer zu durchschauen bzw. zu ertragen. Von demher stellt sich für mich die Frage nach der Glaubwürdigkeit der Handlung nicht: es handelt sich um Metaphern, über die sich trefflich diskutieren lässt. Zweifelsohne ist der Film keine leichte Kost.

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