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Der Glanz der Unsichtbaren

Der Glanz der Unsichtbaren

Drei Sozialarbeiterinnen beschließen, obdachlosen Frauen in einer Hauruck-Aktion ihre Schönheit und Würde zurückzugeben.

Der Glanz der Unsichtbaren
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Les Invisibles
Frankreich 2018

Regie: Louis-Julien Petit
Mit: Audrey Lamy, Corinne Masiero, Noémie Lvovsky

102 Min. - ab 6 Jahren

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07.10.2019

Von Madeleine Wegner

Schon um 7.55 Uhr warten die Frauen ungeduldig vor den verschlossenen eisernen Toren des „L‘Envol“. Für die obdachlosen Frauen ist das Tageszentrum eine wichtige, vielleicht die einzige Anlaufstelle. Hier können sie ihre Handys und die eigenen Akkus aufladen, sich aufwärmen, duschen, etwas essen und ein offenes Ohr finden. Sie nennen sich Lady Di, Brigitte Bardot oder auch Edith Piaf – aus Scham verschweigen sie ihre wahren Namen.

Die Mitarbeiterinnen, allen voran Audry (Audry Lamy), kümmern sich aufopfernd um die Frauen. Auf Unterstützung von kommunaler oder staatlicher Seite hoffen sie vergebens. Im Gegenteil: Eines Nachts räumt die Polizei den Platz, wo viele der Frauen illegalerweise ihre klapprigen Zelte aufgeschlagen haben. Wo sollen die Frauen nun schlafen

Es sieht nicht gut aus für die Frauen vom „L‘Envol‘. Die Besucherinnen dürfen nur tagsüber herkommen und die Mitarbeiterinnen bekommen mächtig Ärger von oben, weil die Erfolgsquote zu niedrig ist. So beschließen Manu und ihre Kolleginnen, den Frauen auf eigene Faust einen Schnell-Kurs in Sachen Job und Selbstbewusstsein anzubieten. (Ganz groß mit dabei als schnoddrige Angélique: Nachwuchsschauspielerin Déborah Lukumuena.)

Große Überraschungen darf man von dieser französischen Komödie, die mindestens ebenso sehr Sozial-Drama ist, nicht erwarten. Wie sollte es anders sein, soll der beinah dokumentarisch angelegte Spielfilm doch möglichst nah an die Realität herankommen. Dabei umschifft „Der Glanz der Unsichtbaren“ gekonnt viele Fettnäpfchen und bleibt doch – trotz aller Realitätsnähe – ein Wohlfühlfilm. Das kann man wohltuend zur Kenntnis nehmen oder aber ihm vorwerfen. Doch was den Film zu etwas Besonderem macht, ist der ganzheitliche Ansatz: Regisseur und Drehbuchautor Louis-Julien Petit hat nicht nur vorab gründlich recherchiert und sich in zahlreichen Zentren landesweit ein Bild von der Situation wohnungsloser Frauen und der Sozialarbeiterinnen gemacht. Im Film selbst spielen viele Frauen von der Straße mit. Was sie schauspielerisch abliefern, ist beeindruckend.

Charmant und berührend: Profischauspielerinnen und Frauen von der Straße üben gemeinsamen Ungehorsam.

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Erstellt:
7. Oktober 2019, 23:30 Uhr
Aktualisiert:
7. Oktober 2019, 23:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Oktober 2019, 23:30 Uhr

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