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Das Haus am Meer

Das Haus am Meer

Drei Geschwister blicken im Haus ihres alternden Vaters in die Vergangenheit und werden von der Gegenwart eingeholt.

Das Haus am Meer
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La Villa
Frankreich 2017

Regie: Robert Guédiguian
Mit: Ariane Ascaride, Jean-Pierre Darroussin, Gérard Meylan

107 Min. - ab 6 Jahren

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20.03.2019

Von Madeleine Wegner

Der Wellengang des Meeres unten am Strand und der Zug, der hoch über den kleinen bunten Häuschen auf dem Viadukt entlangrattert, scheinen noch weitgehend den Rhythmus des Lebens in dem kleinen südfranzösischen Küstendorf zu bestimmen. Unter der milden Wintersonne wirkt die Bucht wie ausgestorben. Angèle (Ariane Ascaride) war seit 20 Jahren nicht mehr hier. Um das Erbe zu regeln, ist sie zurückgekehrt. Der Vater ist schwer krank und nicht mehr ansprechbar, mit ihren beiden Brüdern hat sie ebenfalls seit Jahren kaum ein Wort mehr gesprochen.

Es ist ein zunächst störrisches Wiedersehen mit widersprüchlichen Gefühlen auf allen Seiten. Der schwermütige, spöttische Bruder Joseph (Jean-Pierre Darroussin) hat seine „blutjunge“ Verlobte mitgebracht. Zwischen den beiden kriselt es. Bruder Armand (Gérard Meylan), der sich all die Jahre um den Vater und das Restaurant gekümmert hat, ist bockig. Und wenn die Liebenden die verschiedenen amourösen und emotionalen Verwicklungen betrachten und diskutieren – dann wirkt „La Villa“durch und durch französisch.

Regisseur Robert Guédiguian, Franzose mit deutsch-armenischen Wurzeln, siedelt seine Sozialdramen, die eine Lanze für benachteiligte Gruppen brechen, am liebsten in der Nähe von Marseilles an. So auch „Das Haus am Meer“. Die in manchen Einstellungen sehr altmodisch wirkende Kamera scheint zu signalisieren: Hier ist die Zeit stehen geblieben. Dabei geht es vor allem um Heimat – alte wie neue, und im Zentrum: das Haus des Vaters, das stolz über dem Meer thront.

Alle Beteiligten befinden sich an einem Punkt im Leben, in dem sie zurückblicken müssen, um sich zu entscheiden, wohin ihr Lebensweg weiter führen soll – und um dann nach vorn zu blicken. Bezeichnenderweise wachsen auch die Wege in den Bergen oberhalb des Dorfes immer wieder zu, Armand und Joseph machen sich gemeinsam ans Freischneiden. Ausgerechnet hier verstecken sich drei Kinder. Wie die drei Geschwister in der Villa ist es eine Schwester mit ihren zwei Brüdern. Sie holen die drei Erwachsenen unwillkürlich und ohne ein Wort zu sagen ins Hier und Jetzt.

Große Themen finden in diesem fein beobachteten, bewegenden Drama unter mediterraner Wintersonne zusammen.

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Erstellt:
20. März 2019, 13:19 Uhr
Aktualisiert:
20. März 2019, 13:19 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. März 2019, 13:19 Uhr

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