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Das Etruskische Lächeln

Das Etruskische Lächeln

Erzählt die Geschichte eines grantigen Alten, der von seiner abgelegenen schottischen Insel nach San Francisco zu seinem Sohn zieht.

Das Etruskische Lächeln
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The Etruscan Smile
USA 2018

Regie: Oded Binnun, Mihal Brezis
Mit: Brian Cox, JJ Feild, Thora Birch

108 Min. - ab 6 Jahren

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10.04.2018

Von Dorothee Hermann

Immer der Blutwurst nach – so könnte man das Lebensmotto des grantigen alten Schotten Rory McNeil (erfrischend kratzbürstig: Brian Cox) zusammenfassen. Er lebt auf der Hebrideninsel Lewis, wo sich erstaunlicherweise ein Pub wie aus dem Bilderbuch erhalten hat.

Er badet täglich nackt im Meer, spricht Gälisch und geht ganz in der Fehde mit seinem verhassten Kneipenkumpan Campbell auf. Weil ein Leben mit viel Whisky und Zigaretten doch seinen Zoll fordert, soll Rory einen Spezialisten aufsuchen.

So landet er in San Francisco, wo Sohn Ian (JJ Feild), zu dem er 15 Jahre lang keinen Kontakt mehr hatte, gerade als Pionier der Molekularküche durchstartet. Schwiegertochter Emily (Thora Birch) ist vollauf mit ihrem eben gegründeten Unternehmen beschäftigt. Rory kommt also gerade rechtzeitig, um den Baby-Enkel Jamie vor den auf Hochleistung abzielenden Erziehungsprinzipien seiner Eltern in Sicherheit zu bringen.

Doch die eigene Hinfälligkeit erinnert den Alten immer wieder schmerzlich daran, dass sein Leben endlich ist. Auf einmal leidet er unter der Distanz zu seinem Sohn – womit die sympathisch-verletzliche Seite des störrischen Raubeins zum Vorschein kommt.

Produzent Arthur Cohn („Die Kinder des Monsieur Mathieu“) beweist abermals ein Händchen für die warmherzige Tragikomödie, die ihrem widerborstigen Protagonisten sogar eine kleine Romanze mit der Museumskuratorin Claudia (Rosanna Arquette aus „Pulp Fiction“) gönnt.

Das israelische Regie-Duo Oded Binnun und Mihal Brezis hat die gleichnamige Romanvorlage des spanischen Wirtschaftswissenschaftlers und Schriftstellers José Luis Sampedro von Kalabrien auf die schottischen Hebriden verlagert und statt Mailand als Schauplatz San Francisco gewählt.

Dem Film ist vorgeworfen worden, ein allzu schlichtes Weltbild zu transportieren (das Alte gegen das Neue, das Unverfälschte gegen das Überkandidelt-Durchgeplante und Durchgestylte, uriges Inseldasein gegen Glitzerfassaden-Hochhäuser). Wer aber von Humor nicht automatisch auch Raffinesse erwartet, kann sich prächtig über den ungeschliffenen Haudegen Rory amüsieren. Den süßlichen Soundtrack, der so zuckrig klingt, als würde der Film seiner eigenen Geschichte zu wenig vertrauen, hat er nicht verdient.

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Erstellt:
10. April 2018, 22:50 Uhr
Aktualisiert:
10. April 2018, 22:50 Uhr
zuletzt aktualisiert: 10. April 2018, 22:50 Uhr

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