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Auf der Suche nach Oum Kulthum

Auf der Suche nach Oum Kulthum

Eine iranische Künstlerin zerbricht daran, einen Film über eine außergewöhnliche ägyptische Sängerin zu drehen.

Auf der Suche nach Oum Kulthum
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Looking for Oum Kulthum
Deutschland 2017

Regie: Shirin Neshat
Mit: Neda Rahmanian, Yasmin Raeis, Mehdi Moinzadeh

90 Min. - ab 0 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

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12.06.2018

Von Madeleine Wegner

Wer in einer gefühlten Endlosschleife kajalumrandeten Augen beim Gucken zugucken möchte, ist in Shirin Neshats neuem Film „Auf der Suche nach Oum Kulthum“ genau richtig. Dazu holt Neshat Neda Rahmanian als ihr Alter Ego Mitra auf die Leinwand. Mitra ist eine Filmemacherin, die seit Jahren im Exil lebt.

Ihren Sohn hat sie seit sieben Jahren nicht mehr gesehen. Dafür geht es mit ihrer Karriere aufwärts: Endlich kann sie einen Film über Oum (in der offiziellen Schreibweise: Umm) Kulthum drehen. Die 1975 verstorbene ägyptische Sängerin gilt als Maria Callas des Orients. Sie hat Jahrhunderte alte arabische Lieder gesungen, wurde vom Volk und von den Mächtigen gleichermaßen verehrt und soll so populär wie die Beatles gewesen sein.

Neshat zeigt die Schwierigkeit einer persischen Künstlerin, sich mit einer arabischen Ikone, noch dazu in einer von Männern dominierten Film-Welt, auseinanderzusetzen. Dieses Konzept eines Films im Film geht nicht auf: Neshat entwickelt keine wirkliche Geschichte und vor allem bleiben ihre Figuren unglaublich flach. So bleibt auch der Film, der sich zunehmend verschachtelt und verrennt, in jeglicher Hinsicht an der Oberfläche.

Neshat selbst hat als junge Frau den Iran verlassen und wurde in den USA zum Star. Die Künstlerin, Fotografin und Filmemacherin (zuletzt „Women without Men“) betreibt in ihrem neuen Film durch die Nähe zu der Figur Mitra eine schier unerträgliche Nabelschau. Ein Beispiel von vielen: Mitra klagt – offensichtlich nur, um Absolution von Außenstehenden zu erhalten – sich selbst als herzlosen Menschen an, der nur auf Karriere aus sei. Die Sorge um ihren Sohn lässt sie schließlich wenig überzeugend auf einer schicken Party zusammenbrechen. Für die Rolle der Umm Kulthum engagiert Mitra die unerfahrene Gadha (Yasmin Raeis), weil sie so wunderbar singen kann. Leider driften gerade in diesen Szenen Ton und Bild auseinander: Das ganze wirkt wie eine Playback-Show – sodass auch noch der Gesang viel von seiner Wirkung verliert.

Wer hofft, hier etwas über die legendäre Sängerin Umm Kulthum zu erfahren, wird schwer enttäuscht.

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Erstellt:
12. Juni 2018, 23:33 Uhr
Aktualisiert:
12. Juni 2018, 23:33 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2018, 23:33 Uhr

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