Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Am Strand

Am Strand

Verfilmung von Ian McEwans Roman über eine Ehe, die schon in der Hochzeitsnacht scheitert.

Am Strand
Videoplayer konnte nicht geladen werden.

On Chesil Beach
Großbritannien 2017

Regie: Dominic Cooke
Mit: Saoirse Ronan, Billy Howle, Anne-Marie Duff

110 Min. - ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating
Film bewerten
rating rating rating rating rating
12.07.2018

Von Dorothee Hermann

Sie wirken winzig vor dem weiten Kieselstrand. Als wären sie dem Einfluss von übermächtigen Elementen ausgesetzt, in einer Sphäre des Unberechenbaren, in der sie nur aufeinander zählen können – während sie sich doch so fremd sind, wie es Frau und Mann in den Jahren vor der sexuellen Befreiung und der Gleichberechtigung der Geschlechter nur sein konnten.

Es ist der Sommer 1962. Seidig rot glänzt das Himmelbett im gediegenen Küstenhotel, das Florence (Saoirse Ronan) in Panik versetzt und Edward (Billy Howle) in die Rolle des unbeholfenen Bedrängers zwingt. Beide scheinen den ersten gemeinsamen Sex hinauszuzögern und steigern sich in eine Verkrampftheit hinein, die sich nicht mehr aufheben lässt.

Dass sie ausgerechnet in ihrer Hochzeitsnacht scheitern könnten, hatten die beiden Einser-Absolventen (sie ist Musikerin, er ist Historiker) nicht einkalkuliert. Dazu braucht es keine Blaubart-Grausamkeiten oder sonstige gewaltförmige Überwältigungen. Sind sie einfach nicht füreinander geschaffen? Die sozialen Unterschiede zwischen ihnen sind nicht übermäßig groß. Sie sind sehr unerfahren, und sie wirken sehr jung, als sie sich immer tiefer in den eisigen Gefilden der Ablehnung verirren.

In seinem Kinodebüt zeigt der britische Theaterregisseur Dominic Cooke, wie es dazu kommen konnte. Rückblenden zeigen die verhinderten Liebenden in unbefangeneren Momenten, aber auch beklemmende Nebenfiguren: Edwards Mutter, eine begabte Malerin, ist seit einem Unfall nicht mehr sie selbst. Florence hat von ihrem explosiv-autoritären Vater offenbar den an Selbsthass grenzenden Perfektionismus geerbt. Die Kino-Adaption stammt von Schriftsteller Ian McEwan („On Chesil Beach“) selbst.

Diese gründlich verquere Hochzeitsnacht reinszeniert auch die Verlogenheiten, gegen die die 68er rebellierten.

Zum Artikel

Erstellt:
12. Juli 2018, 20:14 Uhr
Aktualisiert:
12. Juli 2018, 20:14 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juli 2018, 20:14 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen?
Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung.
Das Tagblatt bei Whatsapp & Co.
Wir liefern die wichtigsten Neuigkeiten aus der Region immer aktuell aufs Smartphone: per Whatsapp & Co.

Um diesen Service zu nutzen, öffnen Sie tagblatt.de/whatsapp  mit einem entsprechenden Mobilgerät.

Newsletter

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder als Benutzer kostenlos neu registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter verwendet - nur falls Sie auch weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese.
Das Tagblatt in den Sozialen Netzen

Faceboook      Instagram      Twitter           Google+      Google+      Google+