27.05.2013 Drucken Empfehlen
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Auf neuem Gleis

Rosenstolz-Sängerin Anna R. ist mit Band und rockigeren Klängen zurück

Neue Band, neues Glück: Mit Gleis 8 und dem jetzt erschienenen Album "Bleibt das immer so" will Sängerin Anna R. an erfolgreiche Zeiten mit Rosenstolz anknüpfen. Sie zeigt aber auch: Sie kann mehr als Pop.

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UDO EBERL

Ihr neues Musikprojekt heißt Gleis 8. Warum sind Sie wie Ihr einstiger Rosenstolz-Partner Peter Plate nicht als Solokünstlerin an den Neustart gegangen?

Artikelbild: Rosenstolz-Sängerin Anna R. ist mit Band und rockigeren Klängen zurück Die neue Band von Anna R. besteht zum einen Teil aus Hamburger Musikern und zum anderen aus Kollegen, die in Berlin leben. Da der Zug nach Hamburg in Berlin meist an Gleis 8 abfährt, nennt sich so jetzt auch ihre Gruppe. Foto: Mike Auerbach

ANNA R.: Ein Soloalbum kam für mich nie in Frage. Ich wollte schon eine Bandsituation. Wir sind albern, lachen sehr viel - eine lustige Demokratie, in der tolle Stücke entstehen. Ich habe wirklich Glück mit meinen Jungs.

Artikelbild: Rosenstolz-Sängerin Anna R. ist mit Band und rockigeren Klängen zurück

Klingt so, als hätten Sie in den letzten Rosenstolz-Jahren nicht mehr so viel zu lachen gehabt?

ANNA R.: Peter und Ulf Leo Sommer haben ja zusammen geschrieben und gewohnt. Da war für eine dritte Person nicht immer so viel Platz. Zuletzt habe ich auch kaum noch Texte geschrieben.

Ist das auch bei Gleis 8 so?

ANNA R.: Ich hatte nichts in der Schublade liegen. Wir sitzen in einer Runde zusammen, einer bringt eine Idee ein, und wir spinnen in unterschiedlichsten Konstellationen zusammen daran weiter. Das gilt für die Musik und die Texte. Ich hätte niemals gedacht, dass das so funktionieren kann, aber wir haben alle keine extrem ausgeprägten Egos. Und wir wissen: Alles kann, nichts muss.

Bisweilen klingen Gleis 8 deutlich rockiger als Rosenstolz. Haben Sie keine Angst, dass Sie Ihre treuen Fans auf diese Weise verschrecken könnten?

ANNA R.: An erster Stelle müssen wir selbst zufrieden sein. Unser Sound soll Pop sein, wenn auch wilder und verspielter. Von mir aus hätte es sogar noch rockiger werden können. Ich denke aber, für Rosenstolz-Fans wird es gar nicht so schwierig, uns gut zu finden.

Im Stück "Teufel" klingen sie, als hätten Sie zum Ausgleich neben Rosenstolz in mancher Jamsession die Punkröhre gegeben.

ANNA R.: So ähnlich war das auch. Ich kann als Sängerin auch anders.

Etliche Fans werden vermuten, dass das Stück "Alles ohne dich" auf Ihre künstlerische Partnerschaft mit Peter Plate gemünzt ist.

ANNA R.: Daran haben wir niemals gedacht. Es ist uns erst aufgefallen, als wir darauf angesprochen worden sind. Aber wenn man das unbedingt will, kann man jeden unserer Songs auf Rosenstolz beziehen.

Dennoch spielen Erinnerungen eine große Rolle auf "Bleibt das immer so".

ANNA R.: Ja, das Album lebt von Erinnerungen und ist voller Fragen, die man sich selbst und anderen stellt. Wir geben aber keine Antworten. Die können sich die Hörer selbst geben. Alles andere wäre vermessen. Aber ich meine, man kann schon mal Fragen stellen. Denn wie heißt es schon so schön in der Sesamstraße? Wer nicht fragt, bleibt dumm.

Beschreiben Sie doch einmal das Gefühl, das Sie hatten, als Sie im Studio zum ersten Mal das komplette neue Album anhören konnten.

ANNA R.: Dieselbe Stimme wie bei Rosenstolz und doch ist alles anders. Ein unbeschreibliches Gefühl. Wir haben das zusammen total gefeiert.

Eine Frage muss natürlich gestellt werden: Wie kam es zum Bandnamen "Gleis 8"?

ANNA R.: Es sollte ein Bandname sein, der uns musikalisch nicht zu sehr festlegt. Die Suche war ziemlich kompliziert, doch dann sagte jemand in der Runde Gleis 8. Das wars, denn die Bandmitglieder leben ja zur einen Hälfte in Berlin und zur anderen in Hamburg. Der Zug nach Hamburg fährt im Berliner Hauptbahnhof meistens an Gleis 8 ab.

Denken Sie bereits an eine Tournee? Sie werden die Konzerte als Quartett ja wohl nicht stemmen können, zumindest nicht, wenn die Songs live ähnlich wie auf dem Album klingen sollen.

ANNA R.: Zunächst spielen wir in Berlin. Wegen der großen Nachfrage kamen dort zu einem geplanten Konzert letztendlich noch drei Zusatztermine. Das sind Vorschusslorbeeren, die einen ganz schön nervös machen, denn bis auf ein Unplugged-Konzert haben wir die Stücke live noch nicht gespielt. Klar ist, dass wir uns live mit fünf weiteren Musikern verstärken.

27.05.2013 - 08:30 Uhr | geändert: 27.05.2013 - 08:31 Uhr

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