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Rückennummer als Tarnung

Sandra Borowski will den TV Derendingen in der Regionalliga halten

In Reutlingen geboren, beim VfL Sindelfingen in der Frauen-Bundesliga gekickt und jetzt Stürmerin des TV Derendingen: Sandra Borowski hat mit ihren 18 Jahren schon einiges erlebt. Im TAGBLATT erklärt sie ihren Vereinswechsel und spricht über die Karrierepläne. Das erste Ziel folgt 2016: die Schule beenden.

09.10.2015

Von Moritz Hagemann

Derendingen. Die nächsten Monate werden für Sandra Borowski eine echte Herausforderung. Zwar auch mit den Fußballerinnen des TV Derendingen, aber hauptsächlich an der Reutlinger Laura-Schradin-Schule – das Abitur steht an. Aus diesem Grund hat sie im Sommer den Kontakt zum TVD gesucht. Denn Abitur und Bundesliga-Fußball beim VfL Sindelfingen, das war nicht zu vereinbaren. „Ich muss jetzt weniger fahren und einmal weniger pro Woche trainieren“, nennt die erst 18-Jährige die Vorteile ihres Vereinswechsels.

Für den TVD war der ein Coup. Mit 16 Jahren debütierte Borowski für den VfL Sindelfingen gegen den BV Cloppenburg (0:2) in der Bundesliga. „Ich hab? sogar von Anfang an gespielt“, erzählt sie mit schüchterner Stimme. „Das hat mich noch nervöser gemacht.“ Insgesamt 15 Mal spielte sie für Sindelfingen im deutschen Oberhaus. Auch wenn der VfL teils heftige Klatschen einstecken musste, machte Borowski Erfahrungen, die ihr keiner mehr nehmen kann.

Als Sindelfingen dem FC Bayern einen Punkt abknöpfte, stand Borowski in der Startelf. Kickte auch gegen Celia Sasic, Dzsenifer Marozsán oder Saskia Bartusiak, die 2013 mit der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft die Europameisterschaft feierten. Nur eines blieb der jungen Angreiferin verwehrt: ein Bundesliga-Tor.

In Sindelfingen, so erzählt Borowksi, „gab es viel mehr Druck von außen. Aber auch innerhalb der Mannschaft.“ Beim TVD gehe es familiärer zu. „Man spürt, dass alle füreinander da sind“, sagt Borowski. Die spielt am liebsten im Angriff – obwohl ihre Rückennummern, sechs beim TVD und zuvor zwei in Sindelfingen, nicht dafür sprechen. „Aber da lege ich keinen Wert drauf“, sagt sie.

„Zu einhundert Prozent“ gebe es den Klassenerhalt

Fußballerisch bringt die 18-Jährige alles mit, um der Regionalliga ihren Stempel aufzudrücken. Besonders durch ihre Schnelligkeit will Borowski den Gegnerinnen weh tun. „Ich suche immer den Weg zum Tor“ – auch wenn ihr bisher erst ein Saisontor gelang. Und obwohl vieles beim TVD für Borowski neu war, kannte sie einige Gesichter. Wie jenes von Trainerin Theresa Merk, mit der sie schon am WFV-Stützpunkt erste Erfahrungen machte. „Sie weiß ganz genau, was sie macht“, lobt Borowski ihre Trainerin trotz des missglückten Saisonstarts ohne jeden Punkt. Merks Spielformen im Training seien gut, der Teamgeist passe, die Stimmung auch. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis unsere Durststrecke vorbei ist“, sagt Borowski, „dann werden wir gewinnen und zu einhundert Prozent in der Liga bleiben.“

Wenn sie im nächsten Frühjahr ihr Abitur geschafft hat, wird der Fußball wieder eine größere Rolle in Borowskis Leben einnehmen. Ob dann auch wieder die Bundesliga ein Thema wird? „Das weiß ich noch nicht“, sagt sie, „ich lass? das mal auf mich zukommen.“

Steht bei einem Liga-Treffer für den TVD: Sandra Borowski. Bild: Ulmer

Am Sonntag (14 Uhr) steht für die Frauen des TV Derendingen ein echtes Schlüsselspiel an. Doch im Gegensatz zum punktlosen TVD hat der letztjährige Bayernliga-Meister SV Frauenbiburg mit drei Siegen aus vier Spielen hervorragenden Saisonstart hingelegt. „Wir müssen vorne unsere Chancen machen“, fordert Stürmerin Sandra Borowski – und nimmt sich damit auch selbst in die Pflicht. Die 18-Jährige sagt aber auch: „Hinten dürfen wir auch nicht so einfach die Tore kassieren.“ Die Gegnerinnen SVF sind Minimalistinnen: Sechs Saisontore reichten Frauenbiburg schon zu neun Punkten.

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Erstellt:
9. Oktober 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
9. Oktober 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 9. Oktober 2015, 12:00 Uhr

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