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Wir sind Lebensweltmeister

IKGler gewinnen entwicklungspolitisches Fußballturnier für Pakistan

Sie sind in den Farben und für die Belange Pakistans angetreten – erfolgreich. Deshalb dürfen sich die Schüler/innen der 8d des Isolde-Kurz-Gymnasiums jetzt „Lebensweltmeister“ nennen.

12.06.2010

Von MattHias Stelzer

Reutlingen. Was sich am Freitagmittag vor dem Eingang des Isolde-Kurz-Gymnasiums (IKG) abspielte, nennt man wohl großer (Bus-)Bahnhof. Über 200 Schüler/innen empfingen dort genau um 12.06 Uhr ihr Weltmeisterteam – mit Pauken und Trompeten, Posaunen und Vuvuzelas. „So sehn Sieger aus“ – nach knapp zwölf Stunden Busfahrt – zurück vom Finale in Kiel – lenkte der vereinzelt angestimmte Gassenhauer die Aufmerksamkeit gestern auch auf dunkle Augenringe. Sie waren müde die Pakistanis aus Reutlingen.

Weltmeisterlich feiern ließen sie sich trotzdem. Zurecht – denn beim alternativen Fußballturnier, das unter anderem vom in Reutlingen ansässigen Entwicklungspädagogischen Informationszentrums (Epiz) mitveranstaltet wurde, setzten sich die Jungs und Mädels gegen 203 Team aus ganz Deutschland durch.

Und das nicht nur, was die Leistung auf dem Rasen angeht, sondern auch mit ihrer gründlichen Projektarbeit zu den Lebensumständen von Jugendlichen in Pakistan.

Das Land, in dem zum Beispiel das Gros der weltweit produzierten Lederbälle genäht wird, war den IKGler zu Beginn des Projekts im Oktober 2009 zugelost worden. Und damit begann auch die Phase, in der sich die 8d gedanklich und entwicklungspolitisch langsam gen Osten arbeitete. Die Schüler/innen nähten Bälle, verkauften in ihrem Gymnasium Speisen aus Pakistan und halfen dem Reutlinger Weltladen und dem Fairhandelskonzern Gepa bei der Vermarktung eines ebendort unter humanen Bedingungen produzierten WM-Balls (wir berichteten).

„Ihr habt euch eingesetzt für die Idee, dass alle Jugendliche in dieser Welt gleiche Chancen bekommen sollen“, lobt Schulleiter Martin Englert die Rückkehrer/innen. Und er gestand: „Dass ihr den ersten Platz macht, das hat uns umgehauen.“

Einen Grund für den fußballerischen Erfolg der Reutlinger Pakistani meint der HSV-Fan und Engler-Vize Holger Fahrenwalde schon bei den Vorrundenspielen ausgemacht zu haben: Die Stärke der IKG-Fußball-Mädels, von denen immer mindestens zwei auf dem Platz seine mussten: „Diese Mädchen nehmen selbst den größten Jungs den Ball weg.“

Trainieren mit den Profis aus Wolfsburg

Tatsächlich scheint die Abwehr Pakistans beinahe unüberwindbar gewesen zu sein: Das IKG-Team kassierte im gesamten Wettbewerb nur zwei Gegentore – und blieb dann im Finale gegen eine Regionalschule aus Moorrege (in Schleswig-Holstein – nordwestlich von Hamburg) auch ohne Gegentor. 1:0 gewann Pakistan gegen die Vertretung Tahitis. Übrigens dank eines kuriosen Treffers: Fabio Friese verwandelte den Ball von der Mittellinie aus.

Als Preis für ihren Sieg dürfen die „Lebensweltmeister“ jetzt mit den Profis des VfL Wolfsburg trainieren. Dort werden die Reutlinger zwar keinen Pakistani kennenlernen. Aber vermutlich Kicker aus anderen Entwicklungs- und Schwellenländern wie Nigeria oder Algerien.

Finaltorschütze Fabio Friese (unterm Pokal) und das Team der 8d beim Empfang vor dem Isolde-Kurz-Gymnasium. Bild: Haas

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Erstellt:
12. Juni 2010, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Juni 2010, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2010, 12:00 Uhr

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