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Schlager, dann Kick

Fußball: Traditionsteam des SC Freiburg bei der TSG Tübingen

Ein angenehmer Aufgalopp für die Landesliga-Fußballer der TSG Tübingen: Nach nur einem Training zum Saisonauftakt am Freitag gewann die TSG vor rund 200 Zuschauern das Traditionsteam des SC Freiburg mit 7:3 (2:1).

04.07.2011

Von Michael Sturm

Tübingen. In der Kultur Großbritanniens stehen Fußball und Popmusik gleichberechtigt nebeneinander. Hierzulande war das lange anders, mittlerweile gibt es allerdings immer mehr Berührungspunkte. In Tübingen gibt es sie allerspätestens, seit das Konterfei von Dieter Thomas Kuhn, dem Schlager-Export der Stadt schlechthin, auf dem Trikot des Fußball-Landesligisten TSG Tübingen prangt. Gestern waren viele dieser Trikots zu sehen, als die TSG die Traditionsmannschaft des SC Freiburg empfing.

Im Endeffekt handelte es sich bei der Begegnung um einen Nachklapp des Konzerts von Dieter Thomas Kuhn und Band am Tübinger Anlagensee vom Abend zuvor. Mit einem Unterschied: Fußball-Bundestrainer Joachim Löw, der das Konzert besucht hatte, verzichtete auf einen Einsatz in der Traditionsmannschaft des SCF. Als ehemaliger Mittelfeldregisseur des damaligen Zweitligisten wäre er einsatzberechtigt gewesen. Dem Vernehmen nach hatte Löw allerdings noch ein Treffen mit dem ehemaligen Spielmacher der deutschen Nationalmannschaft, Michael Ballack, vor sich.

Dafür genossen die Musiker der Kuhn-Band die Gelegenheit, beim einem Fußballspiel in der Sonne zu relaxen. Die TSG-Kicker wirkten ansatzweise wieder so, als stünden sie voll im Saft – fand jedenfalls Kuhn-Gitarrist Philipp Feldtkeller. Er gestand: „Diese Leistung hätte ich ihnen nicht zugetraut.“ Immerhin hatte er einige der Fußballer am Abend zuvor noch lange bei der After-Show-Party der Band getroffen. Aber diese waren am Sonntag Nachmittag motiviert genug, sich dem Trainer-Team Michael Frick und Goran Divljak zu präsentieren: Die beiden Coaches tauschten die Mannschaft zur Halbzeit komplett aus. Frühform bewies Nebi Vllasalija mit vier Toren. Außerdem trafen Oliver Lapaczinski (2) und Divljak.

Trotz der Pause vom Fußball waren die Konditionswerte der TSG-Aktive natürlich deutlich besser als bei den alten Herren des SCF: „Mensch, jetzt ein paar Jahre jünger ...“ stöhnte etwa Angreifer Ralf Augustin, nachdem er vergeblich versucht hatte, einen Steilpass noch zu erreichen. „Die sind alle nicht so ganz rund gelaufen“, urteilte Ex-Profi Martin Braun über seine Mitspieler. Allerdings hatte Braun als einziger das Konzert aus beruflichen Gründen verpasst.

Auf spielerischer Ebene konnte sich die Mannschaft aus Südbaden allerdings immer wieder auszeichnen. Allen voran Thomas Schweizer: Der langjährige Mitspieler und Kumpel von Joachim Löw verpasste mindestens sechs Beinschüsse.

„Wir haben alles getan, um beide Teams gleichmäßig zu schwächen“, sagte DTK-Konzertveranstalter Marc Oswald. Der Tübinger Impresario stellte den Kontakt zwischen den beiden Mannschaften her. Seit zehn Jahren arbeitet er in Freiburg. Mittlerweile gehört seine Konzert-Agentur zu den Sponsoren des Vereins, Oswald selbst nahm die SC-Mitgliedschaft an.

Die Freiburger waren leider nur mit wenigen Altstars angereist – so fehlten etwa die Zeyer-Zwillinge, die das Mittelfeld-Spiel angekurbelt hatten, als das Team unter Trainer Volker Finke in die Bundesliga aufgestiegen war. Dafür war die Freiburger Fußball-Legende schlechthin mit von der Partie: Charly Schulz. Vom Rekordmann (seine 463 Einsätze sind die drittmeisten aller Spieler, die in der der zweiten Bundesliga spielten!) sagt man, er habe einst den damaligen Trainer Lorenz Köstner abserviert.

Schulz relativierte die Geschichte: Köstner habe halt bei einer Mannschaftsfeier wenig Sinn für seine Art von Humor gezeigt, so Schulz. Allerdings betonte der langjährige Kapitän auch: „In der Mannschaft war ich der Chef.“ Und das, obwohl er in seinen letzten drei Profi-Jahren nur noch einmal in der Woche trainieren konnte – weil er mittlerweile hauptberuflich als Zahntechniker arbeitete.

Für einen Freiburger war es ein besonderes Spiel: Dominik Wohlfahrt traf einige Verwandte und Bekannte. „Als Torwart im Feld war ich heute besonders motiviert, aber auch, natürlich, weil es gegen die TSG ging – Papa war ja beim SV 03.“ Papa, das ist Karl-Michael Wohlfahrt, der Mitte der 70er Jahre von den Nulldreiern als Profi zu Hertha BSC Berlin wechselte. Ein Torerfolg blieb Dominik Wohlfahrt allerdings versagt.

Normalerweise hält Dominik Wohlfahrt (links) den Kasten sauber: Im Einlagespiel der Traditionsmannschaft des SC Freiburg gegen die TSG Tübingen (rechts Angelo Dell’Acqua) spielte Wohlfahrt im Angriff. Wohlfahrts Vater Karl-Michael war einst vom SV 03 Tübingen als Bundesliga-Profi zu Hertha BSC Berlin gewechselt. Bild: Ulmer

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Erstellt:
4. Juli 2011, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
4. Juli 2011, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 4. Juli 2011, 12:00 Uhr

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