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Der Pott ist da, die Kohle winkt

Fußball: SSV Reutlingen gewinnt nach 2:1 (1:0) über FV Ravensburg den WFV-Pokal

Sie feierten SSV-Torhüter Denis Grgic: 3658 Zuschauer im Gazi-Stadion auf der Stuttgarter Waldau sahen den FV Ravensburg im Finale des WFV-Pokals mit einem Chancenplus. Doch der effektivere SSV Reutlingen siegte mit 2:1 – und spielt nun im DFB-Pokal.

07.05.2015

Von Moritz Hagemann

Degerloch.Es war 21:01 Uhr am gestrigen Abend, als Dennis Lübke den Pokal in den Stuttgarter Nachthimmel reckte. Der SSV Reutlingen hatte es geschafft: nach 16 Jahren wieder WFV-Pokalsieger, der größte Triumph der jüngeren Vereinsgeschichte. Es war der dritte Sieg im dritten Spiel gegen den FV Ravensburg in dieser Saison. „Zum dritten Mal waren wir besser – und wieder verlieren wir“, sagte FV-Kapitän Steffen Wohlfarth. „Aber so ist Fußball.“

Dass die Ravensburger vor einer prächtigen Kulisse als Verlierer vom Platz gingen, mussten sie sich jedoch selbst zuschreiben. Beste Möglichkeiten ließ der FV im ersten Durchgang liegen. „Da müssen wir 5:2 führen“, fand Wohlfarth. Der selbst scheiterte in Minute 26 aussichtsreich gegen SSV-Keeper Denis Grgic. Zehn Minuten später kam Rahman Soyudogru bei einer Doppelchance aus fünf Metern zum Abschluss – mit einem Reflex drehte Grgic den Ball um den Pfosten. Dann die Nachspielzeit der ersten Hälfte: Der SSV-Verteidiger Lukas Hartmann aus Poltringen, in der Pause auch ausgewechselt, wirkte schläfrig, Harun Toprak war vor Grgic – doch der Keeper blieb Sieger. „Er hat uns im Spiel gehalten“, sagte SSV-Kapitän Giuseppe Ricciardi.

Zu dem Zeitpunkt, als der FV diese Großchancen versiebte, führte der SSV bereits. Es lief die 24. Minute, als der starke Sven Schimmel von der rechten Grundlinie zurücklegte und Pierre Eiberger aus zehn Metern einschob. Nur gleich darauf legte Daniel Seemann per Kopf in den Lauf von Schimmel, der jedoch den herausstürmenden FV-Keeper Clemens Frey anschoss. Bis auf diese kurze Druckphase der Reutlinger waren die Ravensburger im ersten Durchgang die aktivere Mannschaft.

Nach dem Seitenwechsel köpfte Soyudogru einen Eckball an die Latte des SSV-Kastens (58.). Eine Minute zuvor hatte Schiedsrichter Marcel Beck (Künzelsau) die Kapitäne versammelt, da im SSV-Fanblock zum dritten Mal Pyrotechnik brannte. Aus dem Nichts erhöhte Reutlingen: Schimmel holte eine Ecke heraus, Seemann trat die und fand Andreas Maier am langen Pfosten. Der köpfte über den sehr schlecht aussehenden FV-Torwart Frey ins Netz (59.).

Zehn Minuten später hatte Ravensburg wieder eine hundertprozentige Chance, als Sebastian Reiner aus sieben Metern frei zum Schuss kam, doch am langen Eck vorbeischlenzte. In einer hektischen Schlussphase bekam der FV in der 90. Minute einen fragwürdigen Elfmeter. Steffen Wohlfarth verwandelte. Der hätte jedoch in der 64. Minute nach rüdem Foul an Florian Feigl Rot anstatt Gelb sehen müssen.

Als Andreas Kalteis für den FV aus sieben Metern den Ball nicht richtig traf, ertönte der Schlusspfiff. Der SSV hatte es geschafft. „Das ist der schönste Tag meiner Karriere“, sagte Sven Schimmel mit Tränen in den Augen. Sie tanzten, sie feierten und sie leerten Bier über sich. Einer ganz besonders: Dennis Lübke, der sich am Samstag das Kreuzband gerissen hatte – und deshalb den Pokal stemmen durfte. „Ich war drei, vier Tage am Boden“, sagte Lübke. „Aber das heute entschädigt alles.“

SSV Reutlingen: Grgic; Schiffel, Hartmann (46. Feigl), Wiesner, Maier; Eiberger, Ricciardi, Seemann (90.+2 Levet), Schimmel; Golinski (88. Hölzli), Bischoff (87. Brandstetter).

Und wir haben den Pokal: Den Pott knutscht Reutlingens Dennis Lübke, der sich am Samstag das Kreuzband riss.Bild: Baumann

Sichtlich bewegt war Robert Hofacker nach dem Pokalsieg. Vor dem Halbfinal-Erfolg in Freiberg gab der SSV bekannt, sich am Saisonende vom 47-Jährigen zu trennen. „Das hat die Arbeit nicht erleichtert“, sagte er. Um gestern nach dem Sieg auf dem Platz zu verkünden, dass er mit sofortiger Wirkung als SSV-Trainer zurücktritt. Die Saison und die Mannschaft zu führen war teilweise schwierig“, sagte Hofacker. Er müsse auch an sich denken. Und hört deshalb am Höhepunkt auf. Den Pokalsieg nannte Hofacker „eine Befreiung“. Jetzt könne er erhobenen Hauptes den Klub verlassen. Die Enttäuschung über die Trennung zum Saisonende ist offenbar groß gewesen.

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Erstellt:
7. Mai 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
7. Mai 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 7. Mai 2015, 12:00 Uhr

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