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Mission Titelverteidigung: Uni-Mannschaft kickt in China

Die Mannschaft der Uni Tübingen spielt in China ein Turnier mit Hochschulen von vier Kontinenten

Mit dem Flieger ging’s am Donnerstag nach China: Die Tübinger wollen den Turniersieg aus dem Vorjahr wiederholen. Trainer Robert Schreiner, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportwissenschaft, hat dieses Jahr einen bunteren Kader zusammen, der nicht nur aus Sportstudenten besteht.

13.07.2018

Von Vincent Meissner

Kay Rosmer, Fabio Friese, Stefan Vogler, Willie Sauerborn, Magnus Haas, Christian Leutbecher, Simeon Zahn, (mittlere Reihe von links) Delegationsleiterin Ingrid Arzberger, Physiotherapeut Horst Linsmeier, Daniel Frank, Lucas Schreijäg, Jan Bursik, Pirmin Glück, Nicolas Bok, Trainer Robert Schreiner sowie (vorne von links) Tom Schiffel, Max Bajorat, Julian Hornberger, Lukas Weber, Tammo Heinzler und David Fridrich.Bild: Uni Tübingen

Die wichtigesten Fakten im Überblick:

Das Turnier: Nach dem Erfolg im Vorjahr ließen sich die Tübinger unter anderem beim Empfang an der Uni als Studenten-Weltmeister feiern. So ganz stimmt das freilich nicht. Einen offiziellen Fußball-Wettbewerb für Studenten weltweit gibt es bei der Universiade. Dort spielen Studenten-Nationalmannschaft gegeneinander, für die Studenten aus ganz Deutschland nominiert werden können. Eine Uni-WM, für die sich einzelne Hochschulen qualifizieren können, gibt es nicht. Nach Schreiners Wissen ist das Turnier in China jedoch das größte internationale Fußball-Turnier für Unis. Allerdings handelt es sich um ein Einladungsturnier ohne offizielle Qualifikation. Die Uni Tübingen durfte im Vorjahr als Zweiter bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften mitspielen, weil Meister Bochum nicht konnte. Dieses Mal sind die Tübinger als Titelverteidiger dabei.

Auch wenn der Titel Studenten-Weltmeister also etwas in die Irre führt, sagt Schreiner: „Es war schon cool, gegen Teams aus der ganzen Welt zu bestehen.“ Sportmanagement-Student Daniel Frank (28) ist einer der Spieler, die schon vergangenes Jahr dabei waren. „Es gibt nichts Besseres, als ein internationales Turnier. Das ist nicht wie so eine zähe Runde. An so Spiele erinnerst du dich jahrzehntelang.“

Der Spielort: Diesmal steigt das Turnier nicht wie im Vorjahr in Peking, sondern in Wuhan, einer Stadt mit 7,5 Millionen Einwohnern im Landesinneren von Ostchina. Das Klima ist dort noch extremer als Peking. „Ich freue mich auf die Hitze“, sagt Daniel Frank. „Das ist genau mein Ding.“ Schließlich lebte er mal für längere Zeit in Brasilien.

Das Ziel: Für Frank ist die Aufgabe klar: „Natürlich wollen wir die erfolgreiche Titelverteidigung! Wir wollen das zeigen, was unsere Nationalmannschaft nicht geschafft hat.“ Allerdings sagt er auch: „Aber die Titelverteidigung ist immer schwieriger.“ Und das Niveau der gegnerischen Unis ist nicht einschätzbar.

Die Gegner: Mit dabei im Zwölferfeld sind neben Tübingen Unis aus Cambridge, Oxford, Melbourne, Southern California, Leiden, Singapur, Seoul, Turin und drei aus China. Weil die beiden Gruppengegner Turin und Seoul zunächst gegeneinander spielen, können die Tübinger sie beobachten. Zudem gab es im Vorjahr Livestreams aller Begegnungen. „Das haben wir da auch zur Vorbereitung genutzt“, sagt Schreiner.

Der Modus: Die zwölf Teams spielen in vier Dreiergruppen. Die ersten beiden kommen ins Viertelfinale. Von da an geht es in einer K.o.-Runde weiter. Die ausgeschiedenen Teams spielen eine Verliererrunde. Tübingen spielt am Sonntag gegen eine Hochschule aus Turin und am Montag gegen die National University Seoul.

Die Tübinger Hoffnungsträger: Stürmer Stefan Vogler (27) von Regionalliga-Aufsteiger TSG Balingen ist drei Mal in der 2. Bundesliga für Greuther Fürth aufgelaufen und hat jede Menge Drittliga-Erfahrung. Er unterstützt Schreiner auch als Co-Trainer. Vergangenes Jahr war er zwar auch dabei, allerdings angeschlagen und spielte darum kaum. Tom Schiffel spielt beim SSV Reutlingen in der Oberliga. Ansonsten baut Trainer Schreiner auf einen Neuner-Block von Verbandsligist TSG Tübingen um den Spieler des Turniers im Vorjahr und Teamkapitän Pirmin Glück. Auch er fungiert als spielender Co-Trainer.

Die Organisation: Veranstalter des Turniers ist eine staatliche Organisation für Kultur und Sport. Mitveranstalter ist die Tsinghua-Uni in Peking. Die Übernachtung und Verpflegung ist für die Tübinger Kicker gratis. Zudem gibt es einen Zuschuss zum Flug. Untergebracht sind die Tübinger in zwei Häusern auf dem Uni-Campus.

Die Menschenrechtslage: Auch die politische Lage in China ist bei den Studenten-Kickern ein Thema „Die Jungs wissen, dass es ein außergewöhnliches Erlebnis ist, nach China zu dürfen“, sagt Schreiner. „Aber sie wissen auch, dass die politische Situation kritisch reflektiert werden sollte.“ Schreiner schwärmt von schönen Begegnungen: „Wir haben menschlich ganz nette Leute kennengelernt. Aber man merkt schon, in was für einem System sie aufgewachsen sind. Es ist alles sehr hierarchisch.“ Und bei gewissen politischen Themen blocken viele auch ab.

Der Tübinger 18er-Kader

1. Lukas Weber (TSG Tübingen)

2. Julian Hornberger (SSC Tübingen)

3. Stefan Vogler (TSG Balingen)

4. Kay Rosmer (TSG Tübingen)

5. Lucas Schreijäg (SV03 Tübingen)

6. Tom Schiffel (SSV Reutlingen)

7. Pirmin Glück (TSG Tübingen)

8. Willie Sauerborn (TSG Tübingen)

9. Nicolas Bok (TSG Tübingen)

10. Jan Bursik (TSG Tübingen)

11. Simeon Zahn (TSG Tübingen)

12. Magnus Haas (TSG Tübingen)

13. Tammo Heinzler (TSG Tübingen)

14. David Fridrich (TSG Tübingen)

15. Christian Leutbecher (SV Nehren)

16. Daniel Frank (SV Nehren)

17. Max Bajorat (1. FC Frickenhausen)

18. Fabio Friese (TSV Eningen)

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Erstellt:
13. Juli 2018, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
13. Juli 2018, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2018, 01:00 Uhr

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