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Zwiefaltener Klinik prüft nach dem Ausbruch die Sicherheitsstandards des alten Klosters
Ein Mann steht vom Fenster in der Klinik für Forensische Psychiatrie. Foto: Patrick Pleul/Archiv dpa/lsw
Nach Psychiatrie-Ausbruch: Frage nach der Sicherheit

Zwiefaltener Klinik prüft nach dem Ausbruch die Sicherheitsstandards des alten Klosters

Nach der Flucht von drei Straftätern aus der geschlossenen Abteilung der Zwiefaltener Klinik für Forensische Psychiatrie soll nach Zeitungsberichten das Sicherheitskonzept der ehemaligen Klosteranlage überprüft werden.

28.09.2017
  • dpa/lsw

Zwiefalten. «Alle Experten hielten die Klostermauern bisher für sicher, das stimmte aber nicht», sagte Gerhard Längle, Ärztlicher Direktor am Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg (ZfP), der «Stuttgarter Zeitung» und den «Stuttgarter Nachrichten» (Donnerstag). Trotz hoher Sicherheitsstandards: «An einen Wanddurchbruch hat keiner der vielen Experten gedacht.»

Den Ausbrechern sei es wohl binnen eines Tages gelungen, unbeobachtet ein Loch in die 40 Zentimeter dicke Wand zu brechen. Das könne Nachahmer auf den Plan rufen, fürchtet Längle. Es müsse diskutiert werden, ob die Forensik im richtigen Gebäude sei. Erst vor wenigen Jahren sei die Anlage für mehr als eine halbe Million Euro umgebaut und ausbruchsicherer gemacht worden. Längle kritisierte in den Blättern, dass bei therapieunwilligen Häftlingen die Rückverlegung in ein Gefängnis oft juristisch verschleppt werde. «Wenn eine Therapie nicht sinnvoll ist, müsste der Patient am nächsten Tag zurück ins Gefängnis gebracht werden können.» Auch die drei Ausbrecher hätten kurz vor einer Verlegung in ein Gefängnis gestanden.

Zwei Ausbrecher hat die Polizei geschnappt. Die Fahndung nach dem dritten Mann, einem 32 Jahre alten Türken, läuft noch. Die drei wegen Diebstahls und verschiedener Raubdelikte verurteilten Täter waren am Samstagabend aus ihrem gemeinsamen Zimmer in der geschlossenen Abteilung der Zwiefaltener Klinik geflohen. Sie waren dort zur Behandlung ihrer Drogen- und Alkoholabhängigkeit gewesen.

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28.09.2017, 06:38 Uhr | geändert: 27.09.2017, 19:32 Uhr
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