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Verkehr

Zweite Rheinbrücke in Karlsruhe noch in weiter Ferne

Ministerium rechnet mit Baubeginn in sieben bis acht Jahren. Es werden viele Klagen erwartet.

02.11.2017
  • LSW

Karlsruhe. Unternehmen und Pendler sehnen sie herbei, Naturschützer und die Stadt Karlsruhe wollen sie verhindern: Die geplante zweite Rheinbrücke zwischen Karlsruhe und Wörth entzweit seit über einem Jahrzehnt die Gemüter. Die Fronten in dem Konflikt gehen quer durch die Parteien, Länder und Kommunen. Formal ist das umstrittene 100-Millionen-Euro-Projekt nun einen großen Schritt vorangekommen: Seit Ende September ist der Planfeststellungsbeschluss auf baden-württembergischer Seite erlassen, aus Rheinland-Pfalz wird bis Jahresende eine Entscheidung erwartet. Doch mehrere Klagen dürften die geplante Rheinquerung weiter verzögern. Das Stuttgarter Verkehrsministerium rechnet mit einem Baubeginn erst in sieben bis acht Jahren.

Für die Umweltschützer ist die etwa 1,4 Kilometer nördlich der bestehenden Brücke geplante Brücke ein Relikt einer überholten Verkehrspolitik. „Sie steht im Widerspruch zu deutschen und europäischen Klimaschutzzielen“, sagt Hartmut Weinrebe, der für den Oberrhein zuständige Regionalgeschäftsführer beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Die Naturschützer sehen zudem Schilfgebiete sowie Auenwälder und damit Lebensräume von Fledermäusen und gefährdeten Vögeln wie Purpurreiher und Zwergdommel bedroht. „Es werden gravierende Zerstörungen von Natur und Landschaft in Kauf genommen.“

Entscheidung im Dezember

Ein länderübergreifendes Bündnis aus Umweltschutz- und Verkehrsverbänden, Bürgervereinen und Naturschutzgruppen bereitet derzeit Klagen gegen die vom Bund für 107 Millionen Euro geplante Brücke vor. Die dafür nötigen 40 000 Euro an Spenden, die im Fall einer Niederlage Kostenrisiken abmildern sollen, sind schon fast zusammen.

Bis zum 2. Januar nächsten Jahres kann nach Angaben des Regierungspräsidiums Karlsruhe Klage erhoben werden. Auch die Stadt Karlsruhe lässt derzeit die Erfolgsaussichten prüfen. Sie muss nachweisen, das ihre Planungshoheit durch eine zweite Brücke substanziell verletzt wird. Die vom SPD-Oberbürgermeister Frank Mentrup geführte Baden-Metropole befürchtet, dass mit der neuen Brücke der Verkehr und damit Lärm und Schmutz in Karlsruhe zunehmen. Sie favorisiert eine Ersatzbrücke am alten Standort.

Am 12. Dezember soll der Gemeinderat endgültig über die Klage entscheiden. Das Votum gilt als sicher: Einen Beschluss für eine fristwahrende Klage gibt es schon. „Unverantwortlich“ findet das die Karlsruher CDU, die sich wie die Industrie- und Handelskammer (IHK) für die zweite Brücke stark macht.

Schließlich ist die 1966 gebaute alte Brücke mit täglich rund 80 000 Fahrzeugen seit langem völlig überlastet und sanierungsbedürftig. Für das grün geführte baden-württembergische Verkehrsministerium ergibt sich der Bedarf schon deshalb, weil es im Notfall derzeit „keine zumutbare Ausweichstrecke“ gebe. Mit der zweiten Brücke, die an die B36 angebunden werden soll, würde auch die autobahnähnliche, zunehmend verstaute Südtangente entlastet. dpa

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02.11.2017, 06:00 Uhr
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