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Spätzle statt Paella

Zwei arbeitslose Ingenieure aus Spanien im Ländle

Sie sind jung, gut ausgebildet und arbeitslos: Deutschland lockt Fachkräfte aus dem krisengeschüttelten Südeuropa. Zwei Beispiele aus Künzelsau.

02.01.2013
  • DPA

Stuttgart In Spanien stehen die Aufzüge still. Wegen der Finanzkrise spart das hoch verschuldete Land immer häufiger Strom. Für die meisten Spanier bedeutet das: Öfter die Treppe nehmen. Für Cristina Fernandez-Aparicio Ruiz bedeutet es weit mehr. Sie wurde arbeitslos. Die junge Südeuropäerin ist Ingenieurin und hat sich auf Aufzüge spezialisiert. Um weiter in ihrem Beruf arbeiten zu können, musste sie ihre Heimat verlassen - und ging nach Deutschland.

"Ich habe mir gedacht, dass Deutschland für Ingenieure am besten ist", erzählt die 36-Jährige. Die junge Frau ist nur ein Beispiel für zahlreiche junge Südeuropäer, die derzeit in Deutschland gezielt angeworben werden.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) will junge EU-Fachkräfte unterstützen und so in die Bundesrepublik bringen. Von 2013 an stellt das Bundesarbeitsministerium jährlich bis zu 40 Mio. EUR bereit, um ihnen beispielsweise Sprachkurse zu finanzieren.

Das Interesse daran sei riesig, sagt Fernandez-Aparicio Ruiz. "In Spanien sind mittlerweile alle Deutschkurse voll." Die 36-Jährige kam selbst durch einen Sprachkurs nach Deutschland und machte ein Praktikum beim Ventilatoren- und Antriebshersteller Ziehl-Abegg in Künzelsau bei Schwäbisch Hall. Heute ist sie dort fest angestellt.

Ähnlich lief es bei ihrem Kollegen Antonio Lopez-Cano Jimeno. Der 33-Jährige landete auch über einen Deutschkurs bei dem Unternehmen - seine erste richtige Stelle in der Branche. "Ich habe Maschinenbau studiert, aber nicht als Ingenieur gearbeitet", sagt er. "Es ist sehr kompliziert, etwas zu finden in Spanien."

Während junge Fachkräfte wie er in ihrer Heimat oft vergeblich nach Arbeit schauen, werden sie in Deutschland händeringend gesucht. Laut BA dürften hierzulande bis 2020 rund 240 000 Ingenieure fehlen. Deswegen will die Behörde mit gezielten Programmen gegensteuern. "Hilfreich ist das alle Male", meint Peter Fenkl, Chef der beiden spanischen Ingenieure und Vorstandsvorsitzender bei Ziehl-Abegg. "Aber die Motivation muss von den Menschen ausgehen."

An eine Rückkehr in ihre Heimat wollen die beiden spanischen Ingenieure noch nicht denken. Fernandez-Aparicio Ruiz sagt: "Ich möchte lange in Deutschland bleiben und arbeiten." Ihr Kollege Lopez-Cano Jimeno sieht das ähnlich. Was ihm an seiner neuen Heimat besonders gefällt? "Deutsches Essen", sagt er. Wenig später geht er in die Kantine. Statt Paella gibt es für ihn jetzt Maultaschen und Spätzle.

Zwei arbeitslose Ingenieure aus Spanien im Ländle

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02.01.2013, 12:00 Uhr
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