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Zugeständnisse an Brüssel
Die Flugzeuge von Air Berlin wird Lufthansa übernehmen, aber wohl nicht alle zugehörigen Start- und Landerechte. Foto: dpa
Air Berlin

Zugeständnisse an Brüssel

Die Lufthansa hat auf Druck der EU-Kommission ihr Angebot für die Übernahme großer Teile der insolventen Fluggesellschaft überarbeitet.

02.12.2017
  • ROLF OBERTREIS

Köln/Frankfurt. Das Ringen um die Zukunft von Air Berlin und die Übernahme von großen Teilen durch die Lufthansa geht weiter. Nachdem die deutsche Airline am Donnerstagabend – wie von der EU-Kommission gefordert – ein neues, überarbeitetes Angebot vorgelegt hat, wird Brüssel das jetzt prüfen.

Dem Vernehmen nach ist Lufthansa der EU-Kommission entgegengekommen und verzichtet auf einzelne Start- und Landerechte (die so genannten Slots) bei der Übernahme der Air Berlin-Ableger LGW und Niki. Wo genau, war gestern nicht zu erfahren. Vermutlich aber geht es um den Flughafen Düsseldorf und um einzelne Strecken von und nach Berlin. Ob Lufthansa deshalb auch Abstriche beim Kaufpreis von 210 Mio. EUR macht, ist unklar. „Das muss nicht zwangsläufig so sein“, sagt ein Insider.

Begehrte freie Slots

In Frankfurt heißt es, die EU-Kommission werde jetzt diese freien Slots anderen Wettbewerbern wie Ryanair, Easyjet oder auch Lauda, dem Reisekonzern Thomas Cook und dem Luftfahrtkonzern IAG ((British Airways, Iberia, Vueling) anbieten.

Klar ist: Der Insolvenzverwalter von Air Berlin ist auf diese Einnahme angewiesen, um den Übergangskredit des Bundes von 150 Mio. EUR (plus 9 Prozent Zinsen) zurückzahlen zu können. Ansonsten muss der Steuerzahler dafür aufkommen. Dazu sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums: „Selbstverständlich gehen wir weiter davon aus, dass der Kredit zurückgezahlt wird.“ Ganz offensichtlich hat sich Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit seiner Offerte für die insgesamt 81 Maschinen von Air Berlin und die damit zusammenhängenden Start- und Landerechte verschätzt.

Damit sei man kartellrechtlich an der Grenze des Machbaren, hatte er mehrfach betont. Zusammen mit den Air-Berlin-Maschinen und Strecken komme Lufthansa in Deutschland auf einen Marktanteil von zusammen maximal 41 Prozent. „Das ist im Bereich, der ungefährlich ist.“ Außerdem müssten die Kartellbehörden aus dieser Rechnung ausländische Umsteige-Passagiere herausnehmen, die nur in München oder Frankfurt zwischenlanden, um dann von dort ins Ausland weiter zu fliegen, behauptet Spohr. Im übrigen betont er immer, dass anderen Airlines unbenommen sei, auf innerdeutschen Strecken zu fliegen, die Lufthansa derzeit alleine bedient. Freilich: Diese Einschätzungen des Lufthansa-Chefs teilt EU-Wettbewerbs-Kommissarin Margrethe Vestager offenbar nicht.

Problemfall Niki

Zunehmend eng könnte es vor allem für die Air-Berlin-Tochter Niki werden. Nach Angaben von Lufthansa-Finanzchef Ulrik Svensson wird die Lufthansa den Flugbetrieb nur bis Jahrsende mit eigenem Geld finanzieren. Angeblich sind dafür jede Woche mehrere Millionen Euro erforderlich. Svensson hatte Mitte November betont, er erwarte bis Jahresende Klarheit durch die Kartellbehörden.

Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens und des Erwerbs von Air Berlin-Slots soll sich Lufthansa bereits den Zugriff auf die Mehrzahl der 81 Air-Berlin-Maschinen gesichert haben. Grund: Die Jets gehörten ohnehin nicht mehr Air Berlin, sondern diversen Leasing-Gesellschaften. Entweder habe Lufthansa die Maschinen dort gekauft oder selbst geleast. Dann müsste sie sich aber unabhängig vom Insolvenzverfahren um neue Slots bewerben.

Lufthansa-Chef Spohr hatte mehrfach betont, dass sein Unternehmen und vor allem die Tochtergesellschaft Eurowings auch ohne den Zuschlag für Air Berlin aus eigener Kraft wachsen könne. Das Geld dazu hat Lufthansa. 2017 wird ein weiteres Rekordjahr mit einem Netto-Gewinn von vermutlich mehr als 1,8 Mrd. EUR. Und laut Finanzchef Svensson verfügt das Unternehmen über flüssige Mittel im Volumen von 6 Mrd. EUR.

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02.12.2017, 06:00 Uhr
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