Tübingen

Zielführend?

Von Heike Bartz-Schmidt, Tübingen

In der Tübinger Europastraße wohnen 59 geflüchtete, alleinstehende Männer. Die Hälfte davon sind Gambier. Von denen machen einige erhebliche Probleme (Aufmacher und „Übrigens“, 29. September, sowie Leserbriefe im Anschluss).

Im Artikel und im „Übrigens“ von Frau Sabine Lohr sowie in einigen Leserbriefzuschriften wurde die Wohn- und Lebenssituationen der derzeitigen Bewohner bemängelt („Miese Unterkunft“).

Werden bei der Beurteilung von Lebens- und Wohnqualität überall in Tübingen die gleichen Kriterien angesetzt?

Ich bin sicher, dass in den GWG-Wohnungen in der Sieben-Höfe-Straße, in der „Holzhäuschensiedlung“ Sindelfinger Straße und in einigen Bereichen des studentischen Wohnens in Tübingen sich Mieterinnen und Mieter finden werden, die es in qualitativ schlechteren Wohnbedingungen aushalten müssen.

Wird es nicht endlich mal Zeit, sich um diese Mieterinnen und Mieter zu kümmern?

Dass immer nur die Befindlichkeiten derjenigen, die Ärger machen, seziert werden, ist weder gerecht noch zielführend.


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04.10.2017 - 01:00 Uhr