What Happened to Monday?

What Happened to Monday?

Von dhe

Dystopischer Thriller um sieben identische Schwestern – eher Haudrauf-Action als psychologische Finesse.

What Happened to Monday?

Das Europa der nahen Zukunft ist in diesem Film ein düsterer Großstadtmoloch, in dem schwerbewaffnete Uniformierte darüber wachen, dass niemand die staatliche Einkindpolitik unterläuft. Wissenschaftliche Leiterin des Kontrollprogramms gegen Überbevölkerung ist Nicolette Cayman (Glenn Close im kernigen Look einer Reichsbauernführerin).

Doch die menschliche Reproduktion ist bekanntlich schwer zu steuern. Besonders raffiniert geht der alte Terrence Settman (Willem Dafoe) vor. Als seine Tochter Karen bei der Geburt ihrer Siebenlinge stirbt, ist er entschlossen, die Mädchen heimlich großzuziehen. Zuhause heißen sie Monday, Tuesday und so weiter (in allen Rollen: Noomi Rapace). Nach außen hin sind sie eine einzige Person, quasi die wiedergeborene Karen Settman, die sie an ihrem jeweiligen Wochentag verkörpern. „Hier dürft ihr sein, wie ihr wollt. Aber draußen habt ihr alle dieselbe Identität“, schärft der Großvater den Enkelinnen ein – bevor sie das erste Mal ins echte Leben eintauchen, von dem jede doch nur ein Stückchen abbekommt.

Nach einem Zeitsprung, etwa 30 Jahre später, beginnt die Jagd: Eines Abends kehrt Monday nicht aus der Bank zurück, in der die Schwestern abwechselnd arbeiten. Schlagartig ist ihr geschütztes Leben zu Ende. Sie müssen hinaus, die eigene Entlarvung riskieren, um herauszufinden, was Monday zugestoßen ist – was dem norwegischen Regisseur Tommy Wirkola Gelegenheit zu wuchtigen Actionszenen gibt.

Das alles hat seine Momente, etwa beim Kontrast der heimeligen Welt des weitläufigen Appartements der Settmans zur digital optimierten Verfolgungsmaschinerie. Dahinter schillert das Wechselspiel der Identitäten (unfreundlicher ausgedrückt: der Masken), wie es ein Leben unter konspirativen Bedingungen kennzeichnet. Leider verzichtet Noomi Rapace diesmal auf die für sie charakteristische Mischung aus Verstörung und Wut.


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13.10.2017 - 20:00 Uhr