Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Applaus in kleiner Bürgerrunde

Walddorfhäslachs Bürgermeisterin Silke Höflinger auf Wahlkampftour

Ohne Gegenkandidaten stellt sich Silke Höflinger am Sonntag, 29. April, zur Wiederwahl als Walddorfhäslacher Bürgermeistern. Vorab sucht sie den Dialog mit den Bürgern – erstmals Freitagabend im Walddorfer „Waldhorn“.

17.04.2012
  • von Matthias Reichert

Walddorfhäslach. Ein Dutzend Interessierter findet sich im „Waldhorn“ zur ersten von fünf Infoveranstaltungen der einzigen Kandidatin ein. „Je weniger kommen, desto weniger offene Fragen gibt es“ – Silke Höflinger begrüßt alle mit Handschlag, kennt die meisten mit Namen, drückt ihnen Wahlbroschüren in die Hand und setzt sich in die Mitte. „Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit, dass ich das anbiete“ – sie will auf Augenhöhe mit den Leuten reden. „Was Sie alles bewegt haben, ist doch einiges“, begrüßt sie eine Zuhörerin. „Man sieht’s, wenn man jetzt durch den Flecken fährt.“

Überwiegend ältere Herrschaften sind gekommen, etwa ein Dutzend sitzt am Tisch. „Ich möchte keinen Monolog halten“, beginnt die Bürgermeisterin und fängt mit ihrer Biografie an: In Reutlingen geboren, in Pfullingen aufgewachsen, Studium in Stuttgart, zehn Jahre im Hoch- und Tiefbau, dann auf dem Göppinger Rathaus in der Innenrevision. Alle hören aufmerksam zu, obwohl Höflinger nichts Neues erzählt. Sie schwärmt davon, wie sie hier erstmals die Aussicht sah: „Vom Hohenzollern bis zu den Kaiserbergen.“

Auf Lob folgen drängende Fragen

Sie skizziert die Haushaltslage. 300 Euro je Einwohner habe die Gemeinde in den letzten acht Jahren an Schulden abgebaut. 2,5 Millionen Euro stecken in der Rücklage. Keine Personalkostensteigerung, Millionen-Einsparungen bei den Kanälen. Walddorfhäslach habe 2,3 Millionen Euro Fördermittel eingeworben, „das Investitionsvolumen ist ein Vielfaches“. In über 20, teils denkmalgeschützten, Gebäuden habe die Gemeinde private Sanierungen gefördert.

Die erste Fragerunde beginnt mit einem dicken Lob: „Wir können Sie nur beglückwünschen, dass das so geklappt hat.“ Alle klatschen. Höflinger bleibt bescheiden: „Das ist unser aller Leistung.“ Ein weiterer Zuhörer lobt: „Sie haben ein geschicktes Händle, die Politiker herzuziehen. So viele waren vorher in 15 Jahren nicht da.“ „Da muss man den Kontakt halten“, sagt die Bürgermeisterin. Das beginne mit Weihnachtskarten.

Beide Ortsteile seien ins Landessanierungsprogramm gekommen. „Wir haben in fünf Jahren vier Millionen investiert. Eigentlich könnten wir die Maßnahme jetzt schon abschließen.“ Angefangen mit Häslach, habe man dort saniert und modernisiert, „wo es geht“. Auch Gemeindehalle und Rathaus, letzteres mit Bürgerbüro und ebenerdigem Zugang. „Das Dorfgemeinschaftshaus ist eine der nächsten Projekte“, verspricht Höflinger. Ob sich der Stuttgarter Regierungswechsel bei der Zuschussvergabe ausgewirkt hat, will ein Zuhörer wissen. Die Antwort: „Momentan noch nicht. Wir hoffen, dass das so weiter vollzogen wird.“

Nur die Walddorfer Ortsmitte bleibt „ein Dorn im Auge“. Höflinger kündet einen neuen städtebaulichen Wettbewerb an. Die Ergebnisse würden im Juli vorgestellt. Auch die strittigen Gebäude seien eingeplant. „Mit Druck und Gewalt wird man nichts erreichen. Die Gemeinde war nicht untätig, aber es ist wirklich schwierig.“ Sorgen machen denkmalgeschützte Gebäude. Eines drohe zu verfallen, und Kinder liefen zum Spielen hinein, klagten die Zuhörer. „Wir können nicht die Kreisstraße absperren“, sagte Höflinger. „Ich weiß, dass Sie das seit Jahren bedrückt.“

Sie kann mit den Leuten. Mit den Bürgern plaudernd, brachte die Bürgermeisterin neue Pläne aufs Tapet. Zu den Impulsen für die Ortsmitte gehöre auch die Verkehrsführung. Etwa, die Hauptstraße zu beruhigen, Parkplätze zu schaffen, die Busse umzulenken.

Die Runde redete sich die Köpfe heiß über einen ehemaligen Schweinemastbetrieb, dessen Besitzer seit Jahren nicht für die Ortskernsanierung weichen will. Die Gemeinde will ihn kaufen. „Inzwischen spricht man auf Angebotsbasis miteinander“, sagte Höflinger. „Die Verärgerung, die Sie haben, kann ich verstehen.“ Ein Zuhörer antwortete: „Deshalb sind wir hier. Im kleinen Kreis kann man reden, in der Gemeindehalle geht das nicht.“

Info:

Weitere Wahlveranstaltungen mit Silke Höflinger am Mittwoch, 18. April, 20 Uhr, in der Vereinsgaststätte des TV Häslach, am Dienstag, 24. April, um 20 Uhr in der Sportgaststätte des SV Walddorf und am Mittwoch, 25. April, 20 Uhr, Turmgaststätte Häslach. Offizielle Kandidatenvorstellung der Gemeinde ist am Freitag, 20. April, 19.30 Uhr in der Gemeindehalle.

Walddorfhäslachs Bürgermeisterin Silke Höflinger auf Wahlkampftour

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

17.04.2012, 12:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Heute meist gelesen
Wirtschaft im Profil


In der aktuellen Ausgabe des Business-Magazins Wirtschaft im Profil : Der Sport zwischen Skandalen und Vorfreude auf die Fußball-EM und Olympia.
Neueste Artikel
Bildergalerien
Videos
Sie haben Fragen zu unserem neuen Bezahlsystem? Wir haben die wichtigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengestellt.
Single des Tages
date-click

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-0
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Zum Kontaktformular