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Sensible Sinnsensationen oder alles Sense

Wahrnehmung, Gefühl, Bedeutung im Spie(ge)l der Kunst: Am Samstag öffnet die Ausstellung „sense no sense“ in der Shedhalle

„Huch, da wär‘ ich jetzt fast drauf getreten“. „Das darf man auch. Das ist ein Chamäleon“. Ein kurzer Dialog ein Tag vor Eröffnung der neuen Shedhallenausstellung. Es geht nicht um Tiere, das Chamäleon bedeutet einfach: Diese Arbeit ahmt die Anmutung des Betonbodens auf.

04.07.2014
  • pme

„sense no sense“ lautet der Ausstellungstitel, der mit der doppelten Bedeutung des Wortfeldes sense spielt, also sowohl Sinn, als auch Gefühl umfasst. Und so befassen sich die hier ausgestellten Arbeiten mit Wahrnehmung, Sinneseindrücken, Gefühl, Sinn, Bedeutung.

130 Künstler bewarben sich. 23 wurden ausgewählt. Das Auffallendste vielleicht: Nur drei malerische Arbeiten sind darunter. Was einstmals Herzstück und Kernbestand bildender Kunst war, ist mehr und mehr auf dem Rückzug, hier wird es offensichtlich.

Was gibt es stattdessen? Zum Beispiel eine Wand mit eher graphischen Arbeiten. Das beginnt mit Jörg Kallinichs zigmal übereinander geblendeten Fotos, die so fast nur noch schwarz wären, hätte sie der Künstler am Ende nicht noch aufgehellt. Es geht um Feinstrukturen. Daneben hängen Visualisierungen von Klangbildern. Und Heidemarie Ziebandts (Ulm) aus angefärbten Zuckerwürfeln zusammengesetzte Quadrate, ein Stück konkreter Kunst.

Dann gibt es, sehr sensitiv, eine Rubrik Haut. Als da wären einmal der Hamburgerin Isabel Kamps Keramikklumpen von Mündern, ehrlich gesagt etwas an Genmanipulation erinnernd. Zum anderen Latex-Hautimitationen, die wir uns bei Ausstellungsbesichtigung vorstellen mussten, weil sie noch nicht da waren. Und letztlich auch Judith Wenzelmanns (Kirchheim) farblich sehr hautähnliche, gleichzeitig an Fladenbrot erinnernde Leiber – für die Künstlerin sind es zwischen Aktendeckeln gestapelte Erinnerungen.

Der Ludwigsburger Tobias Greiner nennt sich „Journartist“ und hat ein Wandbild mit verschiedenen aggressiven Akten und Gewaltszenen karikaturistisch gekritzelt. Ana Laibachs scheinbar verwandtes Wandbild setzt sich mit der täglichen Reizüberflutung auseinander. Und um beim Wandbild zu bleiben: Ein sehr großes, ein außerordentlich großer Druck Roswitha Papes hängt an der hintersten Wand und zeigt eine Gruppe Jugendlicher, die vor einer Mauer abhängen. Sieht aus wie ein Graffiti. Ist aber keins.

In direkter Nachbarschaft: Ein Ensemble von winterlichen Luftbildern des Motorschirmfliegers Jörg Umrath: spät abends, letzte tiefe Sonne, Schnee, Reif, Baumwipfel, Schatten. Abstrakt aus der Ferne, Natur aus der Nähe.

So könnte man nun fortfahren und jedes der Ausstellungsstücke kurz anfeaturen, doch eine reine Auflistung der Künstler und Exponate wäre wohl etwas unbefriedigend. Sinnvoller scheint der Hinweis, dass die Ausschreibung in Online-Kunstzeitschriftportalen und via Künstler-Netzwerke prima funktioniert, Künstler aus Ägypten und den USA sich beworben haben. Nun sind aus dem Ausland Bettina Diel aus Zürich, Dorthe Pedersen aus London und das Duo Topp&Dubio aus Den Haag sowie Susan Richter aus dem niederländischen Doesburg mit von der Partie. Jörg Kallinich und Jörg Umrath bilden die beiden Tübinger Lokalmatadoren.

Info: Eröffnung heute um 20.15 Uhr, Einführung: Daniela Bauer, Performanceprogramm von Tanja Kodlin und Viki Semou.

Wahrnehmung, Gefühl, Bedeutung im Spie(ge)l der Kunst: Am Samstag öffnet die Ausstellung „sense
Vorne Susan Richters Wandbild „On the island 1-3“, Tempera auf Leinwand, hinten rechts Klaus Maßem: „Zwei, Anaokulare Rivalität“ (Zeichnung, Tusche auf Papier).

Wahrnehmung, Gefühl, Bedeutung im Spie(ge)l der Kunst: Am Samstag öffnet die Ausstellung „sense
Heidemarie Ziebandts aus lauter Würfelzucker bestehender Würfel.

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04.07.2014, 12:00 Uhr
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