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Vom Container bis zum Schuh
Wichtige Basis für den Welthandel: genormte Container. Foto: dpa
Standards

Vom Container bis zum Schuh

Die Vorgaben des Deutschen Instituts für Normung prägen den Alltag. Es veröffentlicht mehr als 2000 neue und überarbeitete Regeln pro Jahr.

04.11.2017
  • DPA

Frankfurt. Kaum jemand bemerkt sie oder macht sich Gedanken über sie, dabei regeln sie fast alle Lebensbereiche: Normen sorgen dafür, dass Container aus Asien auf deutsche Frachter passen, Backstationen im Supermarkt die gleichen Hygienestandards erfüllen und wir beim Tanken im Ausland die Benzinart per Bild entziffern können.

Alleine für Schuhgrößen gibt es 3 Standards des Deutschen Instituts für Normung (Din), das am 10. November sein 100-jähriges Bestehen feiert. Insgeamt hat das Din 34 000 Normen festgelegt. Mit rund 450 Beschäftigten veröffentlicht das Institut mehr als 2000 neue und überarbeitete Normen pro Jahr und schafft veraltete ab – etwa die für Gewebeschreibbänder für mechanische Schreibmaschinen. „Standards müssen immer den Stand der Technik widerspiegeln“, sagt Din-Chef Christoph Winterhalter.

Das Institut in Berlin ist das größte weltweit. Rund 30 Prozent der in Europa geltenden Normen entstehen unter deutscher Sekretariatsführung. Mit mehr als 32 000 Experten aus Wirtschaft und Forschung, von Verbraucherseite und der öffentlichen Hand hat das Din Fachleute für jeden Lebensbereich. Normen sind aber keine von oben befohlenen Vorschriften. Erst nach Anstoß von außen, etwa von Firmen, macht sich das Din an die Arbeit.

Handfeste Interessen

An Bedeutung gewannen Normen mit der Industrialisierung, die Standards im Handel und eine effiziente Produktion in den Fabriken erforderte. Noch heute gebe es die meisten Normen in Maschinenbau und Elektrotechnik, sagt Din-Chef Winterhalter. Dazu kommen viele im Bausektor. Zwar kostet die Nutzung von Normen die Wirtschaft Millionen. Doch Standards liefern einen großen Beitrag zum Wachstum: etwa 0,8 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts oder rund 15 Mrd. EUR. Das zeigen Berechnungen der TU Berlin.

Auch der globale Warenverkehr würde ohne Normen ausgebremst, etwa, weil Container aus Asien in Hamburg nicht auf deutsche Frachter oder Züge gehievt werden könnten. 147 Staaten weltweit unterstützen den dafür geltenden Standard. „Ohne Normen wäre der Welthandel in diesem Ausmaß nicht vorstellbar“, sagt Knut Blind, Experte für Standardisierung an der TU Berlin.

Doch hinter den spröden Standards stecken handfeste Interessen. Viele große Firmen nutzten Normen, um ihre Standards im Markt zu etablieren oder mit Verweis auf bestehende Normen auch staatlichen Regulierungen zuvorzukommen, sagt Blind. „Normen sind ein strategisches Werkzeug.“

Mit der Globalisierung schwindet indes die Zeit nationaler Vorschriften. Künftig dürften Normen noch wichtiger werden, meint Experte Blind. Denn standen einst einzelne Produkte im Fokus, geht es nun um Vernetzung – etwa in der Industrie 4.0. In der Digitalisierung sind Standards entscheidend. Habe die Industrialisierung Normen groß gemacht, sei heute das Internet der Treiber, sagt Blind. dpa

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04.11.2017, 06:00 Uhr
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