Ist die B 27-Baustelle ein Unfallschwerpunkt?

Vier Unfälle in zwei Tagen · Am Montag war die B 27 in Richtung Tübingen bis zum Mittag gesperrt

Von ST

Zweimal krachte es am frühen Montagmorgen im Bereich der B 27-Baustelle bei Walddorfhäslach. Die Bundesstraße war ab etwa 4 Uhr morgens in Richtung Tübingen voll gesperrt. Die Sperrung dauerte bis in die Mittagsstunden.

Vier Unfälle in zwei Tagen · Am Montag war die B 27 in Richtung Tübingen bis zum Mittag gesperrt

Symbolbild: © Ssogras - Fotolia.com

Nachdem es bereits am frühen Sonntagmorgen in der Baustelle auf der Bundesstraße 27 heftig gekracht hatte – ein 26-Jähriger war mit seinem BMW über die Beton-Gleitwand gekippt und auf dem Dach liegen geblieben; ein Audi rauschte in die Unfallstelle – gab es hier am Montagmorgen erneut zwei schwere Unfälle. „Deshalb ist die Stelle aber noch lange kein Unfallschwerpunkt“, sagt Polizeisprecher Michael Schaal. Dennoch waren die Spezialisten für „Verkehrssicherheit“ der Polizei am Montag vor Ort, um die Baustelle zu begutachten. Ein Ergebnis gibt es noch nicht.

Lastwagen blieb hängen und riss die Betonwand um

Am Montagmorgen um 3.15 Uhr war eine 30-Jährige mit ihrem BMW auf der Bundesstraße in Richtung Tübingen verunglückt. Wie die Polizei berichtet, kam sie am Beginn der Baustelle mit ihrem Auto zu weit nach links und wurde an der dortigen Beton-Gleitwand ausgehebelt. Der BMW überschlug sich und blieb auf der Baustellenabsicherung liegen. Das Auto ragte auf die Gegenfahrbahn. Die Fahrerin sowie ihre 21-jährige Beifahrerin wurden leicht verletzt, benötigten jedoch keinen Rettungsdienst und wollten sich selbstständig in ärztliche Behandlung begeben. Laut Polizei hatte die Fahrerin angegeben, eingeschlafen zu sein. Der BMW musste abgeschleppt werden. Der Schaden an dem Auto beträgt etwa 8000 Euro.

Nur eine knappe halbe Stunde später – die Polizei war noch mit dem ersten Unfall beschäftigt – krachte es etwa 300 Meter weiter schon wieder. Ein 26-Jähriger war mit seinem Lastwagen ebenfalls an der Beton-Gleitwand hängengeblieben. Die Absperrung wurde nach Angaben der Polizei auf einer Länge von mehr als 150 Metern auf die Fahrbahn in Richtung Stuttgart umgeworfen. Zum Wiederaufstellen der Betonteile war schweres Arbeitsgerät, unter anderem ein Kran, notwendig. Der Schaden an dem Lastwagen wird auf 3000 Euro geschätzt. Die Schadenshöhe kann noch nicht beziffert werden, könnte sich laut Polizei jedoch auf mehrere zehntausend Euro belaufen.

RP: Kein Zusammenhang von Unfällen und Absperrung

Das Regierungspräsidium (RP) Tübingen, das für die Baustellen auf der B27 zuständig ist, bedauert die Unfälle, sieht aber keinen Zusammenhang mit den Beton-Gleitwänden. Diese Absicherung gebe es auf dieser Baustelle seit Beginn der Baumaßnahme, sagte Dr. Daniel Hahn von der Pressestelle des RP auf Nachfrage. Es sei vor einigen Tagen lediglich die Überleitung von der Fahrbahn in Richtung Tübingen auf die Fahrbahn nach Stuttgart zirka 550 Meter nach Norden (Richtung Stuttgart) verlegt worden, um die Gegenfahrbahn für anstehende Belagsarbeiten freizumachen. Die Überleitungsbereiche seien mit beleuchteten Baken versehen, und es sei alles ordnungsgemäß beschildert. Zudem seien Geschwindigkeitsbeschränkungen aufgestellt. Hahn: „Die Sachlage ist also nicht grundlegend neu gegenüber den letzten Wochen mit der Ausnahme, dass die Baustelle nun de facto zirka 550 Meter länger ist.“

Seit Monaten werden auf der B 27 die Brücken instandgesetzt. Seit Samstag wird die Fahrbahndecke in Richtung Tübingen erneuert.

Unabhängig davon nimmt das RP die Unfälle aber zum Anlass, sich erneut mit der Polizei zu beraten. Hahn: „Sofern es zu Vorschlägen kommt, die technisch umsetzbar sind, werden wir diese selbstverständlich realisieren.“

Die B27 musste nach dem zweiten Unfall am Montag in Richtung Tübingen komplett und in Richtung Stuttgart einspurig gesperrt werden. Zur Unterstützung kamen Mitarbeiter der Straßenmeisterei auf die Bundesstraße. Der Verkehr aus Richtung Stuttgart wurde an der Anschlussstelle Aichtal über die B 312 umgeleitet. Weil am Montag Brückentag war und viele Berufstätige frei hatten, kam es zu keinen größeren Beeinträchtigungen. Die Sperrung wurde am Mittag wieder aufgehoben.


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30.10.2017 - 09:59 Uhr