Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Victoria & Abdul

Victoria & Abdul

Historisches Drama über die Freundschaft der englischen Königin Victoria mit einem indischen Bediensteten.

Victoria & Abdul

Videoplayer konnte nicht geladen werden.

Großbritannien 2017

Regie: Stephen Frears
Mit: Dame Judi Dench, Ali Fazal, Eddie Izzard

112 Min. - ab 6 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
27.09.2017
  • Dorothee Hermann

Sie lebt zwischen buschigen Schnurrbärten und steifen Damen, und jeder Tag ist vollgestopft mit Dekorum. So sterbenslangweilig sieht es aus, das Dasein der mächtigsten Frau des 19. Jahrhunderts, wie es der britische Regisseur Stephen Frears („The Queen“, „Mein wunderbarer Waschsalon“) mit leiser Ironie wieder aufleben lässt. Es ist ein Leben, das sich am ehesten in Ruheposition, leise schnarchend, ertragen lässt.

In die luxuriös-royale Resignation bringen ausgerechnet zwei Inder etwas Farbe. Zum 50-jährigen Kronjubiläum der Königin von England und Kaiserin von Indien sollen sie der Monarchin (sie hat den Subkontinent aus Sicherheitsgründen noch nie betreten) eine Gedenkmünze der legendären Mogulkaiser überreichen.

Vorab werden sie von herablassenden britischen Schnauzbärten in Uniform auf Hof-Etikette getrimmt. Während Gefängnisschreiber Abdul (der indische Filmstar Ali Fazal) sich bereitwillig auf den Auftrag im fernen London einlässt, erwartet sein skeptischer Gefährte Mohammed (Adeel Aktar) nichts Gutes von den britischen Unterdrückern.

In England angekommen, steigt Abdul bald zum Liebling von Queen Victoria auf. Sie lässt sich von ihm von Indien erzählen und sich wissbegierig in Kultur, Poesie und Kalligraphie einführen. Und sie erfährt vom herrlichen Geschmack der Mango: Orange und Pfirsich in einer Frucht.

Thronfolger Bertie (herrlich impertinent: Eddie Izzard) und auch dem sonstigen Hofstaat passt die zunehmende Vertrautheit zwischen Monarchin und Diener gar nicht. Doch auch die Königin und ihr indischer Privatlehrer müssen immer wieder schlucken bei der interkulturellen Annäherung. Der berühmte Kohinoor-Diamant, einst Zierde des Pfauenthrons in Delhi, schmückt nun die Brosche der Königin. Die Monarchin ihrerseits zuckt doch ein bisschen zurück, als sie erfährt, dass Abdul als Moslem genau zu der indischen Bevölkerungsgruppe gehört, die den Aufstand gegen die Engländer angezettelt hat.

Der Film bezieht sich auf wahre Begebenheiten und lehrt einmal mehr, dass es bei manchen Menschen (in diesem Fall: Abdul) eben länger dauert, bis sie es auf die Kinoleinwand schaffen. In gewisser Weise gilt das auch für Judi Denchs Darstellung der Königin, die sehr nahbar ausfällt. Sie sehnt sich nach einem einfachen, ungestörten Leben und hat Angst vor dem Tod.

Nebenbei hält das Ausstattungswunder eine in Brexit-Zeiten beherzigenswerte Erkenntnis für Empire-Nostalgiker parat. Wer in der Welt ganz oben ist, für den gibt es nur eine Richtung: wieder abwärts.

Londons Weltherrschaft als schwelgerisch inszenierte Lachnummer, die Empire-Nostalgiker sanft aufs Glatteis führt.

Spielplan
Tübingen , Museum
Fr,
20.10
17:45
Sa,
21.10
17:45
So,
22.10
17:45
Mo,
23.10
17:45
Di,
24.10
17:45
Mi,
25.10
17:45
Rottenburg , Kino im Waldhorn
Do,
26.10
20:30
Reutlingen , Cineplex Planie
Fr,
20.10
18:00
Sa,
21.10
18:00
So,
22.10
18:00
Mo,
23.10
18:00
Mi,
25.10
20:30
Metzingen , Luna Filmtheater
Fr,
20.10
20:30
Sa,
21.10
20:30
Mo,
23.10
18:00
Di,
24.10
18:00
Mi,
25.10
18:00
Hechingen , Burgtheater
Fr,
20.10
15:00
Sa,
21.10
17:00
So,
22.10
17:00
Mo,
23.10
20:00
Di,
24.10
20:00
Bad Urach , forum 22:
Do,
26.10
20:45

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

27.09.2017, 11:11 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Victoria & Abdul





Wir bitten Sie, sachlich zu diskutieren und respektvoll miteinander umzugehen. Bitte kommentieren Sie mit Klarnamen und verzichten Sie auf externe Links. Wir behalten uns vor, Kommentare zu löschen und Nutzer zu sperren. Genauere Regeln fürs Kommentieren finden Sie in unserer Netiquette .

Ihre E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.

 
Aus der Filmregion
Neueste Artikel
Filme aus der arabischen Welt Tausende Besucher bei Tübingen Filmfestival
Nachruf · Klaus-Peter Eichele Ein Weltbeobachter und Romantiker
Arabisches Filmfestival Eine Kindheit im Iran
Über Punk-Rock aus Reutlingen 30 Jahre Sumpfpäpste in einem Dokumentarfilm
Arabisches Filmfestival mit weiblicher Handschrift Auftakt mit einer Reise durch den Irak
Film Commission auf Tour So filmreif ist die Region
Zuletzt kommentiert
… „ES“ ist ein Kinderfilm für Erwachsene, denn die Helden sind allesamt angehende Teens. Es sind Pubertierende mit all ihren Nöten aus körperlichen Defiziten, großkotzigen Bullies, die die Stadt zu „ihrer“ Stadt erklären, übergriffigen Eltern und vor allem mit einem uralten Schrecken, der der Stadt schon bei der Gründung eingeschrieben wurde: Pennywise. Das alles kommt so fein austariert und bis ins letzte Detail stimmig umgesetzt daher, dass die Kinder dem empfindsamen Zuschauer recht bald ans Herz wachsen, Kinder einer Zeit und Kultur, in der der Horror für Stephen King noch aus dem Kleinstädtischen erwuchs. „ES“ spart nicht an einigen krassen Effekten, ist aber in seinen besten Momenten (und die sind beileibe nicht rar) dort am stärksten, wo es um das scheinbar Nebensächliche und Beiläufige geht: Wenn der Vater von Beverly seiner Tochter etwas zu lange über das Haar streicht, wenn der dicke Ben in der Bibliothek recherchiert und im Hintergrund die Bibliothekarin nicht weicht, wenn Stanley in der Synagoge ein Bild betrachtet und es irgendwann zurückschaut ….. das sind nur ein paar der vielen Szenen, bei denen es / „ES“ dich beklemmend schaudern macht. Chapeau.
Peter Dorn über Es
Aus der Filmwelt
Neueste Artikel
„Es ist ein großes Puzzle“ Hochklassige Miniserie an vier Abenden
Jean Rochefort ist gestorben Mit Schalk, Charme und Schnauzbart
Stephen Kings „Es“-Verfilmung Es ist zum Fürchten
Harry Dean Stanton mit 91 Jahren gestorben Ein Gesicht, das alles erzählt
Neue Trailer
Neueste
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram

Kino Suche im Bereich
nach Begriff

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular