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Frauen mögen‘s fleischfrei

Vegetarischer Donnerstag auf dem Prüfstand

Seit drei Semestern gibt es immer donnerstags den Veggie-Day in der Altstadt-Mensa. Nun wurde das Pilotprojekt in einer Umfrage auf seine Akzeptanz hin überprüft. Auch eine mögliche Ausweitung auf die anderen Mensen wurde abgefragt.

24.02.2013
  • Josefa Velten

Tübingen. Rein vegetarische Gerichte wie Kartoffel-Cordon-Bleu, Spaghetti mit Soja-Bolognese oder eine vegane Gemüse-Pfanne mit Tofu kann man seit knapp anderthalb Jahren jeden Donnerstag in der Mensa Prinz Karl essen. In einer Art Probelauf gibt es dort nun schon im dritten Semester den so genannten Veggie-Day – angeboten werden rein vegetarische oder vegane Gerichte.

Im Rahmen des überfachlichen Studium Oecologicum haben im Wintersemester 2012/13 nun Studierende in einem Themenkurs Mensanutzer zum Veggie-Day befragt. Die Umfrage lief über eine Woche im Januar. Von den insgesamt 35.000 per Uni-Rundmail befragten Studierenden und Uni-Beschäftigten haben knapp zehn Prozent an der Umfrage teilgenommen.

Eine klare Mehrheit von 60 Prozent sprach sich dabei für eine Fortführung des Veggie-Day an der Mensa Prinz Karl aus. Komplett gegen die Beibehaltung des Veggie-Day war nur eine Minderheit von 15 Prozent. Für eine Einführung des fleischfreien Donnerstags an der Mensa Morgenstelle ( der Mensa Wilhelmstraße) sprach sich mit 48,5 (56,5) Prozent ebenfalls ein Großteil der Befragten aus (bei 26 (21) Prozent Nein-Stimmen).

Eine Mehrheit der von allen Fakultäten kommenden Umfragenteilnehmer bejahte auch die Frage „Vom ‚Veggie-Day‘ in der Mensa Prinz Karl einmal abgesehen: Halten Sie es für sinnvoll, wenn Mensen oder Kantinen an einem Tag in der Woche nur vegetarische Gerichte anbieten?“ positiv – bemerkenswerterweise bis auf die Angehörigen der Juristischen Fakultät (bei gut 30 Prozent Zustimmung lehnte fast die Hälfte der Befragten dort dies ab).

Frauen eher dafür, Männer eher dagegen

Weniger überraschend war die hohe Zustimmung der Frauen zu diesem Thema: Fast zwei Drittel halten einen rein vegetarischen Mensa-Tag pro Woche für sinnvoll. Von den Männern stimmten dem hingegen nur gut 40 Prozent zu – und fast genau so viele dagegen (bei den Frauen nur knapp zwölf Prozent). Obwohl die Mensa Prinz Karl, den Umfrageergebnissen ein Stück weit zuwiderlaufend, an den fleischfreien Donnerstagen einen „Umsatzrückgang von ca. 20 bis 25 Prozent“ verzeichnet, soll es den Veggie-Day nach Auskunft des Studentenwerks Tübingen-Hohenheim dort auch weiterhin geben.

Studentenwerk als ökologischer Vorreiter?

Die Entscheidung, ob der Veggie-Day auf die anderen Mensen ausgeweitet wird, ist indes noch offen. „Momentan plant das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim nicht, den Veggie-Day auf weitere Mensen auszudehnen“, so Simon Leimig, der Pressesprecher des Studentenwerks.

Das Studentenwerk könnte mit der Einführung eines generellen Veggie-Day an allen drei Mensen jedoch ein wegweisendes Zeichen setzen – und womöglich Vorbild für andere Großküchen in der Region sein. Denn beim Veggie-Day geht es weniger um das Propagieren von dogmatischem Vegetarismus als viel mehr um eine behutsame Sensibilisierung der Konsumenten für klimaschädliches Verhalten im Alltag.

Der Politologe Prof. Jörg Tremmel, einer der Veggie-Day-Initiatoren, erklärt: „Tierhaltung und Fleischkonsum sind für 18 Prozent der weltweiten Klimagase verantwortlich, der gesamte Transportverkehr (Flugzeuge, Autos, Schiffe und Bahn) hingegen nur für 13 Prozent. Außerdem benötigt man 15.000 Liter Wasser, um ein Kilogramm Rindfleisch zu erzeugen.“

Vegetarischer Donnerstag auf dem Prüfstand
Die Essensausgabe in der Mensa Prinz Karl bleibt donnerstags weiterhin vegetarisch. In den anderen Mensen ist die Einführung noch nicht geplant.

Die erste Initiative zur Einrichtung eines Veggie-Days gab es im Jahr 2009 in Gent (Belgien). Von dort aus verbreitete sich die Idee vom fleischfreien Wochentag auch nach Deutschland: In Bremen bildete sich 2010 ein erster Ableger. In Tübingen initiierte der Juniorprofessor Jörg Tremmel vom Arbeitsbereich „Generationengerechte Politik“ des Instituts für Politikwissenschaft in Kooperation mit dem Beirat für Nachhaltige Entwicklung der Universität Tübingen das Projekt zum Wintersemester 2011/12. Der Veggie-Day wurde vor allem ins Leben gerufen, um die Menschen über die negativen Auswirkungen von übermäßigem Fleischkonsum auf die menschliche Gesundheit, die Tierhaltung, die Umwelt und nicht zuletzt den Klimawandel aufzuklären.

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24.02.2013, 12:00 Uhr
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