Nach dem Brand beginnen die Ermittlungen

Ursache des Großfeuers bei Hagelloch noch unklar / Polizei: „Wir können nichts ausschließen“

Von Moritz Hagemann

Die Lagerhallen am Hagellocher Weg brannten vor zehn Jahren schon einmal. Der Schaden ist mit rund einer Million Euro nun aber doppelt so hoch. Noch ist die Brandursache unklar.

Ursache des Großfeuers bei Hagelloch noch unklar / Polizei: „Wir können nichts ausschließen“

Wer von Tübingen nach Hagelloch fährt oder geht, sieht auf der linken Seite die vollkommen ausgebrannten Lagerhallen. Darin wurden vor allem landwirtschaftliche Geräte gelagert. Bild: Franke

Er sei selbst vor Ort im Gewann Halde gewesen, sagte Martin Lack, der Hagellocher Ortsvorsteher: „Das ist eine Riesenhalle, die ist platt von vorne bis hinten, das kann man nicht begreifen!“ Auf rund eine Million Euro schätzt die Polizei den Schaden, der in der Nacht auf Sonntag entstanden ist. Alleine drei große Schlepper im Wert von rund 500000 Euro loderten in den Flammen zu Schrott. Der Besitzer lagerte in der abgebrannten Halle und dem dazugehörigen Anbau Strohballen sowie Maschinen, mit denen er auch im Auftrag anderer Landwirte gearbeitet hat. Die Ermittlungen werden allerdings wohl noch mehrere Tage andauern. „Wir können nichts ausschließen“, sagte Polizeisprecher Josef Hönes bezüglich der Brandursache.

Es ist jedenfalls eine andere als noch in der Nacht zum 1. Oktober 2006, als der Lagerkomplex zum ersten Mal in Flammen stand. Damals hatte der Blitz eingeschlagen und eine halbe Million Euro Schaden verursacht. Über die Versicherung wurde eine neue Fertighalle finanziert. Der Brand vor fast genau zehn Jahren, sagte Hönes, werde im Zuge der Ermittlungen nochmals beleuchtet. Auch damals war das Feuer in einer Nacht auf Sonntag ausgebrochen. Verletzte gab es auch beim ersten Brand nicht.

Auf dem Dach der neuen Halle war eine Photovoltaikanlage installiert. Der Defekt einer Solarzelle hatte in Kaiserslautern erst im September zu einem Brand geführt. Am Montag waren Ermittler unterhalb Hagellochs vor Ort, „aber man findet gar nichts mehr, alles ist niedergebrannt“, sagte Hönes. Dementsprechend schwierig gestalte sich die Ursachensuche. Im Laufe der Woche soll ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Dass am Brandort auch ein Diesel-Kanister gefunden wurde, verneint Hönes nicht. Es sei allerdings gut möglich, dass der durch die Verpuffungen aus der Halle geflogen sei. Und somit kein Hinweis auf eine Brandstiftung ist.

Die Polizei weiß auch von einer Einbruchserie in mehrere Gartenhäuser und Scheunen im nahen Ammertal in der Brandnacht. Insgesamt zehn Grundstücke seien betroffen, sagte Hönes. Einen Zusammenhang vermutet der Polizeisprecher allerdings nicht. „Da ging es rein um Diebstahl“, sagte er. Motorsägen und andere Elektrogeräte wurden geklaut. Und die Brandserie in Poltringen, wo von Anfang Juni bis Mitte August fünf Schuppen in Brand gesteckt wurden? „Das passt eigentlich nicht zu den Ausmaßen jetzt“, sagte Hönes. „Das waren lauter kleinere, ganz andere Schuppen und Scheunen.“

Hagellochs Ortsvorsteher Lack steht in Kontakt mit dem betroffenen Besitzer. „Aber ich weiß momentan nicht, wie die Gemeinde ihm da helfen kann“, sagte Lack. Der Landwirt selbst wollte sich gestern gegenüber dem TAGBLATT nicht äußern.


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25.10.2016 - 01:00 Uhr