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Unter umgekehrten Vorzeichen
HÄRTETEST für das Handwerkszeug der Wahrsager. Zeicnnung: Buchegger
Kommentar · Wahlkampf

Unter umgekehrten Vorzeichen

12.03.2016
  • Renate Angstmann-Koch

Es war ein kurzer, zum Teil dramatischer Wahlkampf in Zeiten des Flüchtlingszuzugs – und der morgige Tag wird wohl ebenso spannend wie die Landtagswahl vor fünf Jahren. Damals waren Stuttgart 21 und Fukushima die beherrschenden Themen. Grün-Rot löste die CDU nach fast sechzig Jahren an der Regierung ab. Eine Art vom unbeliebten Ministerpräsidenten Stefan Mappus mitverschuldeter Betriebsunfall aus Sicht der einstigen Baden-Württemberg-Partei.

Im Wahlkreis Tübingen hatte die CDU mit Lisa Federle als betont moderner Kandidatin zu punkten versucht. Doch vor allem die ländliche Klientel der Partei versagte der Notärztin die Gefolgschaft. Erstmals behielt ein Grüner die Oberhand – mit nur 21 Stimmen.

Nun, fünf Jahre später, muss die CDU nach Umfragen fürchten, landesweit nicht einmal mehr die stärkste Partei zu werden. Mit dem Flüchtlingsthema wurde ein Akteur rechts von ihr nach oben gespült. Proteststimmen werden wohl die AfD in den Landtag bringen. Unklar ist, in welcher Stärke und Zusammensetzung. Ihre meisten Kandidaten sind unbekannt. Der Hirrlinger Markus Rölle lud nur einmal zu einer öffentlichen Veranstaltung ein. Und die verlief mangels breiter Ankündigung nahezu im Verborgenen.

Trotz AfD stellen sich morgen ähnliche Fragen wie vor fünf Jahren – allerdings umgekehrt. Bleibt Winfried Kretschmann Ministerpräsident? Oder gelingt es dem Herausforderer Guido Wolf (CDU), dem landesväterlichen Grünen das Spitzenamt der Regierung zu entreißen? Behält der Tübinger Grünen-Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal im Wahlkreis das Direktmandat – oder schafft es CDU-Mann Klaus Tappeser, gegen den Trend das Rennen für sich zu entscheiden?

Wenn sich Kretschmann trotz seiner Beliebtheit nicht in der Villa Reitzenstein halten kann, wird das wohl nicht an den Grünen, sondern an der Schwäche der SPD liegen. Sie dürfte im Regierungsbezirk Tübingen drei oder vier Mandate erhalten. Ihre Tübinger Kandidatin Dorothea Kliche-Behnke hofft, eines davon zu bekommen und der Landtagsabgeordneten Rita Haller-Haid zu folgen.

Auch Dietmar Schöning, von 1992 bis 1996 schon einmal im Landtag, rechnet sich Chancen für einen Wiedereinzug aus. Nähert sich seine FDP der Acht-Prozent-Marke, könnte Südwürttemberg auf zwei Mandate kommen. Das erste ginge wohl an den Abgeordneten Andreas Glück im Wahlkreis Münsingen-Hechingen. Doch dann könnte der gut verankerte und vernetzte Kommunalpolitiker Schöning zum Zug kommen.

Auch Bernhard Strasdeit hat die Chance noch nicht abgeschrieben, dass die Linke die Fünf-Prozent-Hürde nimmt und er mit einem im Südwürttemberg-Vergleich guten Ergebnis Abgeordneter wird. Vieles wird morgen auch von der Wahlbeteiligung abhängen. Je mehr Menschen zur Wahl gehen, desto weniger fallen Proteststimmen ins Gewicht.

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12.03.2016, 01:00 Uhr
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