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Und jeder sieht sich bestätigt
Der Einsatz von Gigalinern im Land ist umstritten. Foto: dpa
Gigaliner

Und jeder sieht sich bestätigt

Lang-Lkw sparen einer gemeinsamen Studie von Land und Daimler zufolge CO2 ein – aber nur minimal.

06.10.2017
  • LSW

Karlsruhe/Stuttgart. Riesenlastwagen könnten auf deutschen Straßen laut einer Studie positiv für den Klimaschutz sein – wenngleich die Wirkung, wie bereits berichtet, insgesamt gering wäre. Nach einer nun publizierten Studie wird der CO2-Ausstoß um elf Prozent gesenkt, wenn man ein vergleichbares Ladungsvolumen in den neuen, gut 25 Meter langen Fahrzeugen transportiert statt in normalen Lastwagen. Die Logik dahinter: In Riesen-Lastwagen passt mehr hinein, was den auf die Ladungseinheiten runtergebrochenen CO2-Ausstoß senkt.

Die vom Landesumweltamt publizierte Studie kommt von den Firmen Prognos und Thinkstep, sie war 2015 von der Landesregierung und Lkw-Bauer Daimler in Auftrag gegeben worden.

Die Autoren prognostizieren für 2030 nur eine minimale Absenkung der Emissionen im gesamten deutschen Güterverkehr um 0,22 Prozent, auch weil andere Transportmittel stark bleiben. Lang-Lkw fahren nur auf bestimmten Autobahn-Strecken, etwa auf der A7 und A8. Umweltschützer sehen die Fahrzeuge kritisch – sie fürchten, dass durch Gigaliner mehr Güter von der Schiene auf die Straße verlagert werden. Genau diese Gefahr sehen die Studienautoren aber nicht. Die Verlagerungseffekte seien „vergleichsweise gering“, auch weil die Einsatzmöglichkeiten der Lang-Lkw gering seien.

Die Auftraggeber der Studie sind Kritiker und Befürworter der Lastwagen – während Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Einsatz eher skeptisch beäugt, verspricht sich Daimler eine bessere Logistik. Beide tragen je die Hälfte der Kosten von 200 000 Euro. Und beide fühlen sich zumindest teilweise bestätigt. Die Kritiker, da die Gesamtwirkung auf den CO2-Ausstoß im Transportverkehr gering ist. Und die Befürworter, da sie die Möglichkeit zu Einsparungen bestätigt sehen.

Daimler-Lastwagenchef Martin Daum zeigte sich erfreut: „Im Kampf gegen den Klimawandel zählt jedes eingesparte Gramm CO2 – und mit Lang-Lkw können wir weitaus mehr sparen als nur ein paar Gramm.“ Auch der Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg wertete die Ergebnisse der Analyse positiv.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte, der Minister werde das Gutachten sorgfältig prüfen. Dann werde man über die weiteren Schritte entscheiden. Der Grünen-Fraktionschef im Landtag, Andreas Schwarz, sagte: „Es ist gut, dass wir mit dem Gutachten jetzt zu einer Versachlichung in der Diskussion kommen.“ Aus Sicht der Grünen sei der Lang-Lkw aber weiterhin nur ein Nischenprodukt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) blieb bei seiner Ablehnung. Gigaliner seien ein „Flop für den Klimaschutz“. Die Einsparmengen seien „völlig irrelevante Größen“, sagte Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch. dpa

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06.10.2017, 06:00 Uhr
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