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Das Projektil blieb stecken

Unbekannte haben auf eine Katze geschossen

Vielleicht waren es Nachbarn, vielleicht Jugendliche, vielleicht auch nicht. Karin Türmer ist das egal. Ihre Katze wurde angeschossen. Der Bodels-häuserin ist das schon zum zweiten Mal passiert.

30.05.2012
  • von Eike Freese

Schussverletzungen sind eine Ausnahme. Grobe Tierquälerei im Allgemeinen ist das. Das sagt jedenfalls Claudia Roth von den Mössinger Tierfreunden. Der Verein nimmt verlorene Tiere auf, versorgt sie und vermittelt sie an ihre alten oder neuen Besitzer. „Nur in sehr vereinzelten Fällen“, so Roth, „hören wir von Leuten, deren Katzen nach Hause kommen und die dabei eine Schusswunde mitbringen.“

Karin Türmers Katze ist so eine. Ihr Revier ist Bodelshausen und sie heißt Schnucki. Am Samstag vor einer Woche hatte Türmer genug: Sie ging zum Arzt. Schnucki hatte seit ein paar Tagen das Bein leicht nachgezogen, verkroch sich nun immer öfter in der Wohnung, zitterte, spuckte und verschwand schließlich von der Bildfläche. „Ich habe sie irgendwann unterm Auto gefunden. Sie hatte ganz hohen Puls und einen dicken Bauch“, erzählt Türmer. Dem Mischling selbst sah sie von Außen nichts an – aber unter dem grau getigerten Fell rumorte es.

Auch für Birgit Hammer ist so eine Schusswunde kein Alltag. Die Tierärztin aus Rottenburg betreut in ihrer Praxis Vierbeiner aus dem ganzen Kreis. „Höchstens ein-, zweimal im Jahr habe ich eine Katze mit Schusswunde“, sagt sie. „Man kann bei solchen Luftgewehr-Verletzungen nur vermuten, dass Jugendliche am Werk waren“, formuliert es Hammer vorsichtig. „Wirklichen Sadismus möchte ich nicht unterstellen. Die meisten nehmen es wohl leider sportlich und machen sich kaum Gedanken darum, was sie damit anrichten.“

Am Samstagnachmittag lag Schnucki bei Hammer unterm Röntgenstrahl. Das Diabolo steckte noch im Unterbauch. Fünf Löcher hatte das Projektil in den Darm gerissen. Hammer operierte und entfernte ein paar Handbreit Darm. „Luftgewehrkugel ist nicht gleich Luftgewehrkugel“, sagt die Tierärztin. „Das war ein spezielles Geschoss mit einer spitzen Form. Ein abgeflachtes Geschoss hätte wohl weniger Schaden angerichtet.“ Schnucki blieb zur Überwachung in der Praxis. Und Karin Türmer ging zur Polizei.

„Von Fall zu Fall kann die Polizei viel erreichen“, sagt Josef Hönes, Sprecher der Tübinger Polizeidirektion. „Doch nur anhand eines Projektils kann man den Täter nicht ermitteln. Man braucht dazu die Waffe. Und manchmal gibt es natürlich einen Verdacht.“ Schussverletzungen bei Tieren kämen bei den Polizeiposten immer mal wieder zur Anzeige.

Die Mössinger Tierschützerin Liese Luz weiß immerhin von einem jüngeren Fall in Burladingen, bei dem anhand des Projektils auch der Täter ermittelt werden konnte: eine hohe Geldstrafe war die Folge. In jenem Fall war es ein Nachbar, der sich von der Katze offenbar gestört fühlte.

Schnucki dämmerte nach ihrer Operation noch drei Tage in der Rottenburger Kleintierpraxis. „Der Blutverlust war bei ihr nicht dramatisch“, sagt Birgit Hammer. „Gefährlich ist es aber, wenn Haare ins Innere des Körpers gelangen.“ Eine Bauchfellentzündung kann dann die Folge sein, und bei der zweieinhalbjährigen Mischlingskatze war das die Folge. Sie starb am vergangenen Mittwoch.

Unbekannte haben auf eine Katze geschossen
Ein spitzes Diabolo, gefährlicher als abgeflachte Luftgewehr-Munition.

Unbekannte haben auf eine Katze geschossen
Schnucki, zweieinhalb Jahre alt.

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30.05.2012, 12:00 Uhr
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