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Frauen an die Front - Zugang zu neuen Jobs

US-Armee hebt Verbot von 1994 auf

Frauen sind in den US-Streitkräften seit langer Zeit Normalität, doch 19 Jahre lang blieb ihnen die Teilnahme an Kampfhandlungen verboten. Das ändert sich nun. Damit stehen ihnen neue Stellen offen.

25.01.2013
  • von PETER DE THIER

Washington Das amerikanische Militär steht vor einer historischen Wende. In den US-Streitkräften sollen künftig Frauen wieder an vorderster Front eingesetzt werden können. US-Verteidigungsminister Leon Panetta gab die geplante Einbindung von Soldatinnen in Kampfhandlungen am Donnerstag in Washington bekannt. Der Plan soll phasenweise über mehrere Jahre umgesetzt werden.

Etwa 200 000 Soldatinnen dienen im US-Militär. Doch seit dem Inkrafttreten einer 1994 eingeführten Regel bleibt ihnen die direkte Teilnahme an Kampfhandlungen verwehrt. Geht es nach den Wünschen des scheidenden Pentagon-Chefs Leon Panetta, dürfen Frauen in Zukunft in leichten Infanterie- und Artillerieeinheiten dienen. Den Soldatinnen stünden so bis zu 240 000 Jobs offen, die bisher ausschließlich männlichen Mitgliedern der Streitkräfte vorbehalten waren.

Der Paradigmenwechsel bei den US-Streitkräften ist seit langer Zeit ein Anliegen Panettas, der seit seinem Amtsantritt für ein offeneres Militär und insbesondere größere Rollen für Frauen plädiert. Bei den Kriegen in Afghanistan und Irak spielten Soldatinnen eine wichtige Rolle. So durften sie selbst in Kampfeinheiten als Sanitäter, Sekretärinnen, Militärpolizistinnen und Geheimdienstoffiziere eingesetzt werden. Auch unterstützten sie bei Kampfeinsätzen die Bodentruppen, beispielsweise als Hubschrauberpiloten. Die direkte Teilnahme an Gefechten, das verordnete das Pentagon vor 19 Jahren, blieb ihnen aber weiter verboten.

Während einige Positionen sofort von Frauen besetzt werden können, muss die Einbeziehung in Sondereinheiten wie die Elitetruppen der Navy Seals oder der Army Delta Force noch geprüft werden. Nach Panettas Vorstellung soll der Einsatz von Frauen in Spezialeinheiten wie den Navy Seals, die unter anderem im Mai 2011 die Kommandoaktion gegen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden durchführten, während der kommenden Jahre ebenfalls zur Realität werden.

Zwar hat das Militär bis Januar 2016 Zeit, um Einwände zu erheben. Dabei stieß Panettas Initiative auf überwiegend positive Reaktionen. Die Entscheidung des Pentagons "spiegelt die Realität militärischer Operationen im 21. Jahrhundert wider", erklärte Carl Levin, Vorsitzender des Streitkräfteausschusses im US-Senat. Skeptischer schätzen einige Republikaner die Pläne ein. So warnte Jim Inhofe, künftig das ranghöchste Oppositionsmitglied im Militärausschuss des Senats, vor "praktischen und physischen Grenzen", die dem Einsatz von Frauen bei Kampfhandlungen im Wege stehen würden.

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25.01.2013, 12:00 Uhr
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