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Sparen ja – aber mit System

Tübinger Stadtverband für Sport legt Kürzungsvorschläge vor

Der Notwendigkeit, auch beim Sport städtische Fördermittel zu kürzen, will sich der Tübinger Stadtverband für Sport nicht verschließen. Er setzt dabei aber andere Prioritäten als die Fachabteilung Schule und Sport.

07.01.2011
  • Thomas de Marco

Tübingen. Um ihren Haushalt zu konsolidieren, hat die Stadt Tübingen ihr Projekt „Minus 10 Prozent“ aufgelegt. Davon betroffen ist selbstverständlich auch der Sport. Dagegen wehrt sich der Stadtverband für Sport (SfS) auch gar nicht. „Wenn es der Stadt schlecht geht, sehen wir sehr wohl die Notwendigkeit ernsthafter Einsparbemühungen“, sagt der Vorsitzende Detlef Reeg vor den am Montag beginnenden Haushaltsberatungen des Tübinger Gemeinderats, „aber dann machen wir auch selbst Vorschläge, was verzichtbar ist.“

Dabei weichen die Vorstellungen seines Verbands von denen der Verwaltungs-Fachabteilung deutlich ab: Während die Stadt im wesentlichen pauschale Kürzungen um zehn Prozent in fast allen Bereichen vorschlägt, will der SfS die Grundförderung, die Entlohnung der Übungsleiter, die Leistungsförderung sowie die Fahrtkostenzuschüsse ausnehmen und stellt stattdessen für die nächsten drei Jahre die Förderung innovativer Projekte, des Bewegungsangebots für Senioren sowie von Ehrungen und Jubiläen zur Disposition (siehe Übersicht).

Laut SfS werden dadurch in den kommenden drei Jahren 216 550 Euro eingespart (inklusive der vom SfS nicht in Frage gestellten Kürzungen der Zuschüsse für die Schwimmbadnutzung sowie der Kürzung der Mittel zur Sportplatz-Unterhaltung und Geräteanschaffung). Der Plan der Stadtverwaltung sehe dagegen Einsparungen von 182 585 Euro in diesem Zeitraum vor.

Bezüglich der Förderung innovativer Projekte aus Mitteln der Stiftung der Firma Paul Horn habe sich gezeigt, dass es schwierig sei, jedes Jahr neue Projekte zu finden, sagt Norbert Moosburger vom Vorstand des SfS: „Qualität und Anzahl der Anträge ließ spürbar nach.“ Deshalb sollte diese Förderung drei Jahre lang ausgesetzt werden, um bestehende Angebote erhalten zu können. „Für uns ist Schwarzbrot wichtiger als die Rosinen“, sagt Moosburger.

Das Projekt „Gesund und aktiv älter werden“, ein Bewegungsangebot für Senioren im Alten Botanischen Garten, trage der Stadtverband zwar ideell mit, sagt Reeg. „Aber für uns ist es nicht nachvollziehbar, warum dies kostenlos angeboten wird, während die Vereinsarbeit durch Kürzungen erschwert wird“, sagt Reeg. Zumal die erhoffte Integration der Senioren in Vereine nicht erfolge, das Projekt nur ein Angebot für die Kernstadt sei und sich insgesamt 14 Tübinger Vereine über die Bonuscard daran beteiligen, Sport für sozial Schwächere ebenfalls umsonst oder zu deutlich reduzierten Preisen anzubieten.

Was die Aussetzungen der Ehrungen betrifft, sei der Stadtverband bereit, alte Zöpfe abzuschneiden und auf lieb gewordene Traditionen zu verzichten, erklärt Reeg. „Uns ist der Kernbestand der Sportförderung wichtiger als Jubiläen und Ehrungen. Da wissen wir die Mehrheit der Vereine klar hinter uns“, betont der Vorsitzende. Auch Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, die der Stadtverband im November über seine Pläne informiert hatte, hätten sich sehr positiv zu den Vorschlägen geäußert, sagte der Zweite Vorsitzende des Stadtverbands, Michael Görke.

Christine Vollmer, Fachabteilungsleiterin Schule und Sport der Stadt Tübingen, erklärt dazu: „Wir sind froh, dass der Stadtverband eigene Vorschläge entwickelt. Aber er sieht nicht die direkten und indirekten Fördermaßnahmen für den Sport insgesamt.“ Ihre Abteilung bleibe bei den gemachten Vorschlägen, die im Rahmen des Haushaltskonsolidierungspakets ja bereits beschlossen seien und am 20. Januar noch einmal im Ausschuss für Bildung, Soziales, Jugend und Sport vorgestellt würden. Ihr Angebot, was die Ehrungen angeht: Im März wird geehrt wie bisher, für die folgenden Jahre werden Sponsoren für diese Veranstaltungen gesucht.

Tübinger Stadtverband für Sport legt Kürzungsvorschläge vor
Auf Sportlerehrungen wie hier der Turnerinnen Kim Bui (rechts) und Marie-Sophie Hindermann will der Stadtverband für Sport in den nächsten drei Jahren aus Einsparungsgründen verzichten.Archivbild: Metz

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07.01.2011, 12:00 Uhr
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