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Krähe mit Steckdose

Tierschützer kritisieren Forschung an der Uni

Als „krude Auslebung der Forschung zum Selbstzweck“ bezeichnen Tierschützer Experimente von Neurobiologen der Uni Tübingen. Dort wird über die Intelligenz von Krähen geforscht.

24.09.2014
  • an

Tübingen. Seit zwei Wochen wogt die Debatte um die Versuche mit Primaten am Tübinger Max-Planck-Institut. Jetzt legen die Tierschützer nach. Die „Ärzte gegen Tierversuche“ kritisieren das Institut für Neurobiologie der Universität Tübingen. Dort werden, wie am Max-Planck-Institut, Versuche mit Affen gemacht. Aber nicht nur Affen müssten für die Hirnforschung leiden, sondern auch Krähen, so die „Ärzte gegen Tierversuche“.

Rabentiere gelten gemeinhin als sehr intelligent. Um deren Gedächtnisleistung zu erforschen, werde auf dem Kopf der Tiere eine Steckdose installiert, über die das Tier verkabelt werde, schreiben die Tierschützer. Über einem Bohrloch im Schädel würden Antriebsgeräte mit Elektroden platziert. Mit dieser Vorrichtung können die Elektroden in das Hirngewebe eingelassen werden, um die Aktivitäten von Nervenzellen zu messen. Die Tiere sollen lernen, Fotos auf einem Bildschirm wiederzuerkennen und durch Anpicken mit dem Schnabel ein Bild auszuwählen.

Die „Ärzte gegen Tierversuche“ fordern, diese Versuche zu beenden. „Dem Ausleben beliebiger Forscherideen muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden“, fordert deren Sprecherin Silke Bitz in einer Pressemitteilung. Seit zwölf Jahren stehe der Tierschutz im Grundgesetz, aber noch immer würden Tiere aus reinem Eigeninteresse einzelner Forscher zu Messinstrumenten degradiert und zu Tode gefoltert.

Die Uni Tübingen weist die Vorwürfe zurück. „Hier wird der Versuch unternommen, die international renommierte Arbeit einer unserer besten Forschergruppen ins Zwielicht zu rücken“, sagte Uni-Rektor Bernd Engler. Die Ergebnisse der Forscher hätten grundlegende Antworten darauf gegeben, wie Intelligenz im Gehirn entsteht oder wie das Arbeitsgedächtnis funktioniert. Ziel der Forscher sei es unter anderem, grundlegende Prinzipien in der Funktionsweise von Gehirnen aufzuzeigen, die sich in der Evolution teils über Jahrmillionen etabliert und bewährt hätten.

Wenn Grundlagenforschung dieser Qualität als „absurd“ diskreditiert werde, stimmten die Maßstäbe nicht mehr, sagte Engler. „Ohne die Beantwortung grundlegender Fragen wird es auf Dauer auch keinen klinischen Fortschritt bei der Bekämpfung von Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson geben.“

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24.09.2014, 12:00 Uhr
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