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Stein trifft Palmer

Tierschützer bedrohen OB und MPI

Oberbürgermeister Boris Palmer ist am Rande der Demon-stration gegen Tierversuche von einem Stein getroffen worden. Auch berichten er und Mitarbeiter des Max-Planck- Instituts (MPI) von massiven Bedrohungen.

21.09.2014
  • sg

Tübingen. Kurz vor der Demonstration am Samstagmittag ist Palmer auf die Platanenallee gegangen, wo sich die Tierversuchsgegner sammelten. Der OB wollte sich der Diskussion stellen. Ein Getümmel sei entstanden. „Ich wurde schnell verbal aggressiv angegangen“, schildert der Grünen-Politiker die Lage, „plötzlich spürte ich einen Schlag rechts am Kopf.“ Eine Verletzung habe er zwar nicht davongetragen, aber der Treffer sei schmerzhaft gewesen. Der Polizei hat Palmer den Vorfall später mitgeteilt, aber auf eine Anzeige verzichtet. Ihm gehe es nicht um eine Strafverfolgung.

Den Stein hat Palmer nicht gesehen. Auf seiner Facebook-Seite äußerten sich Zeugen, die von einem einen Zentimeter großen Kieselstein schreiben, dies aber eher als Beleg dafür verstanden wissen wollen, dass der Vorfall harmlos gewesen sei. Der Getroffene vermisst ein Wort des Bedauerns. Der OB berichtet darüber hinaus, Tierschützer würden ihm per Mail Gewalt androhen. „Mit dem Bewusstsein, für eine gute Sache einzustehen, immunisieren die sich gegen Kritik. Ich halte die Bewegung für gefährlich.“ Ihn entsetze das Maß der Fanatisierung.

Primaten, Proteste, Palmer

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Primaten, Proteste, Palmer --

04:21 min

Massive Drohungen per Mail und Telefon von Tierschützern erhalten auch die Tübinger und die Münchner Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts (MPI), wie Sprecherin Christina Beck am Sonntag dem TAGBLATT sagt. Sekreträtinnen seien „zusammenklappt wegen der Beschimpfungen. Wir mussten sie nach Hause schicken.“ So eine Flut von Hass habe sie in 20 Jahren nicht erlebt, berichtet Beck, die am Samstag in Tübingen war und betont: „Die Demonstration war friedlich.“ Aber T-Shirts mit dem Aufdruck „Ihr könnt Euch verstecken, wir finden Euch“ seien beängstigend. Das MPI hat wegen der Drohungen den erst vor wenigen Tagen eingeführten Gebäudeschutz am Wochenende auf rund zehn Sicherheitskräfte erhöht.

Matthias Rude von der Antispeziesistische Aktion Tübingen teilt mit, mehrere Teilnehmer der Demonstration gegen Affenversuche hätten bei der Polizei Anzeige gegen Palmer erstattet. Als Grund gibt der Tierschützer an: „Herr Palmer hat eine friedliche Demonstration (das ist durch Ordnungsamt und Polizei einwandfrei bestätigt) auf seiner Facebook-Seite als Demo von ,Steinewerfern´ diffamiert. Für uns ist das ein PR-Gag.“

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21.09.2014, 12:00 Uhr

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