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Thy Womb

Thy Womb

Im neuen Film des philippinischen Regiestars Brillante Mendoza macht sich eine Hebamme auf die Suche nach einer Zweifrau für ihren Mann.

Sinapupunan
Pilippinen

Regie: Brillante Mendoza
Mit: Nora Aunor, Bembol Roco, Mercedes Cabral

- ab 0 Jahren

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17.11.2013
  • Klaus-Peter Eichele

Der philippinische Regisseur Brillante Mendoza ist eine der großen Festival-Entdeckungen der letzten Jahre. In Cannes und Venedig gefeiert, haben es seine Filme bis jetzt aber allenfalls im kleinen Rahmen ins deutsche Kinoprogramm geschafft. Dem Filmfest Frauenwelten sei Dank, dass nun erstmals in Tübingen ein Werk des Ostasien-Meisters zu sehen ist. Anders als der atemlose Vorgänger "Captive", der mit Starbesetzung (Isabelle Huppert) die Entführung einer Touristengruppe durch muslimische Rebellen rekonstruiert hat, ist "Thy Womb" ein stiller Film am Schauplatz eines ärmlich-idyllischen Fischerdorfs in einer entlegenen Gegend des Inselstaats.

Hauptfigur Shaleha, eine Frau in reifen Jahren, hat als Hebamme des Bezirks Hunderte Babys zur Welt gebracht - sie selbst kann allerdings keine Kinder kriegen. So kommt ihr Gatte, ein im übrigen ganz lieber Kerl, auf die Idee, sich eine Zweitfrau zuzulegen. Shaleha ist von den Plan zwar nicht begeistert, stimmt aber zu - schließlich leidet sie selbst an der kinderlosen Ehe. Um die Kontrolle zu behalten und weil ihr Mann auf Brautpirsch eher unbeholfen ist, nimmt sie die Suche nach der Richtigen selbst in die Hand - und muss am Ende eine schreckliche Entscheidung treffen.

Vor diesem melodramatischen Hintergrund lässt sich der Regisseur viel Zeit, das Leben am Rand der Zivilisation zu schildern: den Alltag der Marktbesuche oder das Schlachten eines Rinds, die Extravaganz einer farbenprächtigen Hochzeit und die Bedrohung der einfachen Leute durch Piraten und rücksichtsloses Militär. Ethnografisch im strengen Sinn ist "Thy Womb" aber schon deswegen nicht, weil es sich bei den beiden Hauptdarstellern um veritable (Alt-)Stars des philippinischen Kinos handelt. Zudem ist Mendoza in der kunstvollen Montage der Bilder mehr auf lyrischen als auf dokumentarischen Realismus aus. Der Abschlussfilm des Frauenwelten-Festivals läuft am Mittwoch, 27. November, um 20.30 Uhr im Kino Museum.

Melodrama und Ethno-Studie verbinden sich zu einem Schmuckstück des poetischen Realismus.

Spielplan

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17.11.2013, 12:00 Uhr | geändert: 27.11.2013, 12:00 Uhr

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I like that comment "Denzel Washington redet einfach zu viel"! Das bringt das Problem mit diesem Schauspieler auf einen Punkt. Die Filme, die er macht, hören sich spannend an, sind aber stinklangweilig und viel zu lang und außerdem redet der Denzel die ganze Zeit. Ich habe den Film gesehen mit dem Zug, der sich selbstständig macht (gähnend langweilig), mit dem Piloten, der alkoholisiert fliegt (nach dem Film haben wir uns dumm angeschaut und uns gefragt, wer die blöde Idee hatte, in diesen Film zu gehen). Diesen Film werde ich mir NICHT anschauen, der wirkt schon so holzschnitzartig, dass mir der Trailer reicht. Außerdem finde ich blöd, dass Denzel Washington als privelegierter Mensch das Rassissmusproblem immer unter den Teppich kehrt, nach dem Motto: Leute werden immer und überall benachteiligt, da braucht sich keiner so anzustellen..
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