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24.11.2015

Das Licht in Robert Altmans allerletztem Film wirkt wie durch die Erinnerung gefiltert. „Das ist ja wie ein Zeitsprung“, sagt der gnadenlose Abwickler, der das prächtige Fitzgerald Theater endgültig schließen will. Aber der kommt erst ziemlich am Ende der Show, und auf unergründliche Weise wird sogar dieser harte Typ ihr schließlich erliegen. „A Prairie Home Companion“ heißt sie,
und es gibt sie wirklich, als wöchentliche Radio-Show, seit 1974 live aus St. Paul, Minnesota.

Moderator Garrison Keillor spielt sich selbst neben dem Star-Aufgebot Meryl Streep, Kevin Kline, Lily Tomlin, Woody Harrelson und John C. Reilly. Während Keillor („GK“) auch noch die Preise für das Kastrieren von Schweinen und Ebern geschliffen rüberbringt und damit dem ländlichen Publikum Bodenhaftung demonstriert, darf man Meryl Streep als Country singende Johnson Sister Yolanda mit viel versprechender Tochter bewundern. Deren Vorliebe für das Selbstmord-Motiv dürfte allerdings auf eine Zukunft jenseits der Show verweisen.

Der Film zeigt die vorgeblich endgültige Abschiedsvorstellung des Prärie-Hausfreundes. Grund genug für die beiden Comedy-Cowboys Dusty und Lefty (Harrelson und Reilly), noch unanständigere Witze als sonst von sich zu geben. Vielleicht nicht die schlechteste Weise, das Ende einer Ära zu signalisieren.

Der abgehalfterte Detektiv (Kevin Kline), der geheimnisvolle blonde Vamp (Virginia Madsen) – in der Show für Amerikas ländliche Mitte haben sie auf der Bühne nichts zu suchen, dafür geistern sie heftig durch die Kulissen. Der Vamp ist meist harmlos, weil bereits tot und nur als Wiedergängerin-Engel aktiv. Der Detektiv folgt seinem gleich eingangs verkündeten Motto: „Bleib’ am Rand und halt’ die Augen offen.“ Wie ergiebig diese Maxime sein kann, wenn man ein Auge dafür hat, in einer Evergreen-Radio-Show eine ganze Welt zu spiegeln, zeigt Altmeister Robert Altman noch in diesem charmanten Vermächtnis.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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...  Der verschlungene Weg der suggestiven Ideen musste irgendwann auch bei der Angstvorstellung ankommen, dass sich schon ein Gedanke, eine Idee, einmal „eingepflanzt“, als leibhaftiges Monster manifestiert und innen und außen verschwinden. "The Bye Bye Man" geht diesen letzten Schritt mit erschreckender Konsequenz und überaus geschickter Dramaturgie: Während wir noch in der ersten Hälfte drei Jungakademiker beim Einrichten in ihrem neuen alten Haus beobachten dürfen (superbe Weitwinkelaufnahmen von immer irgendwie „falschen“ Räumen), geht es im zweiten Teil per Express ins Unterbewusste, wo der Bye Bye Man sich eingenistet hat. Und nun verändert sich auch die Wirklichkeit in einem Maße, dass ein Aufenthalt auf einem unbeschrankten Bahnübergang noch eine Erholung darstellt. "The Bye Bye Man" steht in einer kleinen, aber feinen ehrwürdigen Tradition von Horrorfilmen, die mit dem bloßen Erwähnen eines Namens und dem damit verbunden Schrecken spielen. ...
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