Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Teures Lifting für die alte Dame
Seit 128 Jahren ein Wahrzeichen der Seine-Metropole: der Eiffelturm. Foto: Shutterstock.com
Wahrzeichen

Teures Lifting für die alte Dame

Der Pariser Eiffelturm gönnt sich eine Verjüngungskur für 300 Millionen Euro. Bezahlen müssen das allerdings die Besucher, die Eintrittspreise werden drastisch angehoben.

07.10.2017
  • PETER HEUSCH

Paris. Dass der Eiffelturm seit nunmehr 128 Jahren sein markantes Stahlgerippe in den Himmel der Seinemetropole recken kann, verdankt er allein seiner gigantischen Fangemeinde. Ursprünglich nämlich hatte sein Erbauer, der Ingenieur Gustave Eiffel, nur mit großer Mühe die Genehmigung errungen, den am 31. März 1889 anlässlich der Pariser Weltausstellung eingeweihten Turm für gerade einmal zwanzig Jahre stehen zu lassen.

Er sollte also spätestens 1909 wieder abgerissen werden. Doch da hatte die heute weltweit beliebteste Touristenattraktion schon längst den Status der Unantastbarkeit errungen.

Mittlerweile empfängt die „Dame de Fer“ (Eiserne Dame) jährlich sieben Millionen Besucher. Ende September verwandelte der Turm sich einen Abend lang in eine gigantische Diskothek, um den 300-millionsten Besucher gebührend zu feiern. Doch jetzt machen der gewaltige Publikumsandrang sowie das ehrwürdige Alter des Bauwerks eine aufwendige Verjüngungskur notwendig. Nicht weniger als 300 Millionen Euro will die Betreibergesellschaft investieren, um den Eiffelturm bis zu den 2024 in Paris stattfindenden Olympischen Spielen rundzuerneuern.

Der Startschuss für das Mammutvorhaben ist Anfang dieses Monats mit der Errichtung einer drei Meter hohen Glaswand rings um das Pariser Wahrzeichen bereits gefallen. Der durchsichtige und schusssichere Schutzschirm, den auch ein Fahrzeug nicht durchbrechen kann, soll den Eiffelturm vor terroristischen Anschlägen schützen und die ebenso provisorischen wie hässlichen Metallgitter-Absperrungen ersetzen, die zur EM 2016 aufgebaut wurden.

Schrittweise und unter der Vermeidung selbst kurzfristiger Schließungen wird danach der gesamte Turm vom Eingangsbereich über die beiden Aussichtsesplanaden mit ihren Boutiquen und Restaurants bis hin zu den Aufzügen renoviert oder modernisiert. Im Zuge der Arbeiten wird der Eiffelturm natürlich auch einen neuen Anstrich erhalten, den 19. seiner Geschichte.

Doch diesmal ist geplant, die 18 alten Schichten abzukratzen, bevor die neue Schicht goldbrauner Eisenoxyd-Farbe aufgetragen wird. Allein dieses Vorhaben dauert mehr als ein Jahr, denn die Arbeiten in teilweise sehr luftiger Höhe sind so gefährlich, dass sie nur von Malern ausgeführt werden können, die von erfahrenen Alpinisten geschult wurden.

Von Bergsteigern geschult werden auch die Elektriker, die für das Aufpolieren des „Glitzerkleides“ der alten Dame sorgen sollen. Die ausgeklügelte und patentierte Beleuchtungsanlage ist eine absolute Besonderheit, da der Eiffelturm nicht angestrahlt wird, sondern von innen heraus leuchtet. 22 000 Lampen sind zwischen seinen Stahlstreben verteilt, deren Überholung haarsträubende Klettertouren voraussetzt.

Von einem „sehr ambitionierten Vorhaben, das die Attraktivität des Eiffelturms nicht nur erhalten sondern erhöhen soll“ spricht Anne Yannik, die Chefin der Betreibergesellschaft. Und wie sie die enormen Kosten der Rundum-Renovierung aufzubringen gedenkt, steht fest: Es sind die Besucher, die die Verjüngungskur des Denkmals bezahlen müssen. Vom 1. November an werden die Eintrittspreise auf einen Schlag bis zu 50 Prozent erhöht. 25 statt bislang 17 Euro etwa muss künftig ein Erwachsener zahlen, der mit dem Aufzug bis zur obersten Aussichtsplattform des Eiffelturms gelangen will.

Es stimmt zwar, dass 85 Prozent der Besucher Touristen sind, die nicht nur in Paris gerne als Melkkühe auf zwei Beinen angesehen werden. Aber diese drastische Preiserhöhung sorgte selbst im Stadtrat der Seinemetropole für Proteste.

Der Sprecher der konservativen Opposition erinnerte die sozialistische Bürgermeisterin Anne Hidalgo empört daran, dass immerhin auch Hunderttausende Pariser gerne auf den Eifelturm steigen. Bloß hat Madame Hidalgo keinerlei Einfluss auf die Ticketpreise – es sei denn, sie entzöge der Betreibergesellschaft die Lizenz. Das jedoch ist nicht vorgesehen.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.10.2017, 06:00 Uhr
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden

Newsletter-bestellen

· Samstags verschicken wir die News der Woche, unser Klassiker: Die wichtigsten Themen und Geschichten direkt im E-Mail-Postfach. So bleiben Sie auch in der Ferne immer informiert, was in und rund um Tübingen passiert.
· Werktags versenden wir um 9 Uhr die News am Morgen mit den wichtigsten aktuellen Nachrichten.
· Sonntagabend kommt unser Sport-Newsletter mit den wichtigsten Lokalsport-Berichten und Ergebnissen vom Wochenende.

Um unsere Newsletter zu erhalten, müssen Sie sich anmelden oder sich neu als Benutzer registrieren. Ihre Daten werden ausschließlich für die Newsletter (nur falls Sie weitere Angebote des Verlags Schwäbisches Tagblatt wählen, auch für diese) verwendet. Ihre Daten werden nicht an andere Unternehmen weitergegeben.
 
Nachrichten aus ...
Reutlingen Wannweil Pliezhausen Walddorfh�slach Ammerbuch T?bingen Dettenhausen Kirchentellinsfurt Kusterdingen Gomaringen Dusslingen Ofterdingen Mössingen Nehren Bodelshausen Hirrlingen Neustetten Rottenburg Starzach Horb
Das Tagblatt bei
Facebook Google+ Twitter Instagram
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesen
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Neueste Artikel
Anzeige

Themen-Dossiers

Themen-Dossiers
Single des Tages
date-click
Das Tagblatt als E-Paper

Kontakt zum Kundenservice

Abonnement
07071/934-222
vertrieb@tagblatt.de

Anzeigen
07071/934-444
anzeigen@tagblatt.de

Kontakt zu den Redaktionen

Schwäbisches Tagblatt Tübingen
07071/934-0
redaktion@tagblatt.de

Neckar-Chronik Horb
07451/9009-30
nc@neckar-chronik.de

Tagblatt Online         
07071/934-314
online@tagblatt.de

Steinlach-Bote Mössingen
07473/9507-0
sb@tagblatt.de

Rottenburger Post
07472/1606-16
ro@tagblatt.de

Reutlinger Blatt
07121/3259-50
rt@tagblatt.de

Tagblatt Anzeiger
07071/934-344
tagblatt-anzeiger@tagblatt.de

Wirtschaft im Profil
07071/934-166
wip@tagblatt.de


Oder nutzen Sie unser Kontaktformular