Mit den Bodenplatten beginnt es

Terrasse gestalten

Von N. Schreiner

Im April 2016 haben – entsprechend der Zinsstatistik der Deutschen Bundesbank – private Haushalte mehr als 17,8 Milliarden Euro in Form von Wohnungsbaukrediten erhalten. Banken bzw. deren Baufinanzierung treiben den aktuellen Boom der Bauwirtschaft an.

Terrasse gestalten

Die eigene Terrasse ist ein wichtiges Element des eigenen Gartens - doch welchen Bodenbelag sollen Gartenfreunde wählen? Die erste von vielen interessanten Fragen! / © Saramukitza (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Werden alle Kosten fürs Eigenheim addiert, kommen Haushalte schnell auf mehrere hunderttausend Euro. Die eigentlichen Baukosten sind nur ein Teil dieser Summe. Zu den Nebenkosten gehören:

• Notar

• Grundbucheintrag

• Grunderwerbssteuer usw.

Und es bleibt nicht bei der eigentlichen Bausubstanz. Auch der Garten spielt in den Planungen frischgebackener Eigenheimbesitzer eine Rolle. Dessen zentrales Element kann die Terrasse sein. Genau hier stellen sich verschiedene Fragen. Wie groß wird die Terrasse? Welches Material wird für den Bau verwendet? Wie entsteht der Übergang Haus – Terrasse – Garten? Speziell der Belag für den Terrassenboden bietet Chancen und kann zugleich auch zum Problem für den Bauherrn werden. Angesichts der Auswahl sind der Fantasie und den Kosten (fast) keine Grenzen gesetzt.

 

Verschiedene Materialien im Überblick

Die Terrasse bzw. deren Bau und Gestaltung beinhaltet mehrere Phasen. Im ersten Schritt geht es natürlich um die eigentliche Planungsarbeit. Hier steht unter anderem zur Debatte, welche Dimensionen das Projekt haben soll. Hier sind Aspekte von Bedeutung, die sich am Ende auch bei der Materialauswahl bemerkbar machen.

Beispiel: Für eine dreiköpfige Familie ist die 3 Meter mal 3 Meter messende Terrasse durchaus nicht zu klein. Und die Terrasse lässt sich mit Naturstein wie Holzdielung realistisch umsetzen. Ganz anders sieht die Situation aus, wenn regelmäßig groß gefeiert wird – inklusive Grill. Hier muss die Terrassenfläche nicht nur besonderen Ansprüchen genügen. Auch das Material für den Terrassenboden steht vor besonderen Herausforderungen.

Holz: Dieses Material ist heute in ganz unterschiedlichen Preiskategorien und Qualitäten am Markt verfügbar. Grundsätzlich überzeugt Holz durch den natürlichen Look und die besondere Haptik. Als Besitzer einer Terrasse ist hier darauf zu achten, dass das Material robust und strapazierfähig ist – sowie splitterarm, um die Terrasse auch ohne Schuhe betreten zu können.

Naturstein: Hier werden heute ganz unterschiedliche Farbtöne und Steinvarianten angeboten. Laut Steda lässt sich damit ein ganz individueller und natürlicher Look erschaffen. Naturstein für Terrassen sollte so ausgewählt werden, dass er pflegeleicht und robust ist. Letzterer Anspruch wird nicht von jedem Gestein zu 100 Prozent erfüllt. Des Weiteren muss dem Besitzer der Terrasse an diesem Punkt klar sein, was Naturstein als Bodenmaterial bedeutet. Die Verlegung ist – auch aufgrund des Gewichts – nicht immer ganz einfach.

Kunststein: Natursteinplatten haben einen „Nachteil“ – sie sind teuer. Wer als Hausbesitzer den einen oder anderen Euro sparen will, sollte sich Kunststeinplatten anschauen. In Bezug auf die Qualität und Pflege ähnlich Naturstein, können sie eine gute Alternative sein.

WPC: Die Abkürzung ist nicht jedem Eigenheimbesitzer geläufig. Es handelt sich um das sogenannte Wood Plastic Composite. Dabei handelt es sich um einen Verbundstoff, der auf Kunststoff und Holz basiert. Der Vorteil ist die Langlebigkeit und der überschaubare Pflegeaufwand. Gleichzeitig kann das Material an noch anderer Stelle punkten. Die Verlegung von WPC ist im Vergleich zu anderen Materialien einfach. Gleichzeitig bietet sich hier die Möglichkeit, ganz individuelle Ansprüche ans Design zu verwirklichen.

Gestaltungsmöglichkeiten für den Terrassenboden

Die Materialauswahl erhitzt die Gemüter und kann in Familien sicher schnell auch zu Diskussionen führen. Noch schwieriger dürfte manchmal die Frage nach der Gestaltung von Terrassenboden und Terrasse zu lösen sein.

Grundsätzlich hängt viel davon ab, für welches Material sich der Bauherr entschieden hat. Beispiel Echtholz: Hier lassen sich verschiedene Farben bzw. Holzarten miteinander kombinieren. Daraus entstehen ganz eigene Muster. Aber: An diesem Punkt muss die Frage erlaubt sein, wie der Terrassenboden nach fünf oder zehn Jahren aussieht. Sobald unterschiedliche Materialien auf der Terrasse miteinander kombiniert werden, spielen die Alterungseffekte eine Rolle.

Letztere können zu Überraschungen führen, wenn Holz beispielsweise grau zu altern beginnt. Auf der anderen Seite lässt sich ein solcher Effekt wieder bewusst gestalterisch einsetzen – um dem Terrassenboden einen individuellen Look zu geben. Sehr ähnlich sehen die Rahmenbedingungen für Steinfußböden aus. Auch hier besteht die Gefahr, dass unterschiedliche Natursteine jeweils „anders“ altern. In der Praxis besteht – sofern harte und weichere Natursteine kombiniert werden – die Gefahr unansehnlicher Schadstellen.

Welche Terrasse eigenen sich für wen?

Diese Frage ist nicht nur schwer, sondern eigentlich gar nicht pauschal zu beantworten. Natürlich kann sich jeder Haushalt an entsprechenden Mustern und Standards für die Gestaltung orientieren. Aber: In der Praxis wird regelmäßig nach individuellen Lösungen gesucht. Und genau hier beginnen die Schwierigkeiten, wenn das Thema Terrasse in Schubladen gepresst werden soll.

Ob es um Holz, WPC, Naturstein usw. geht, richtet sich nach dem persönlichen Geschmack und danach, wie viel Pflege in die Terrasse investiert werden soll. Darüber hinaus entscheidet natürlich auch der Geldbeutel mit.

Wie bereits angesprochen, kommt es auch auf den geplanten „Einsatzzweck“ der Terrasse an. Hier stellt sich nicht nur die Frage nach deren Größe und wie robust der Belag sein muss. Auch der Übergang zum Garten spielt an diesem Punkt eine Rolle. Und letzten Endes zählen auch die Rahmenbedingungen – sprich ob die Terrasse vielleicht mit einer Garage oder Ähnlichem kombiniert wird. Dies hat Auswirkungen auf die Frage, wie groß die Auflast durch den Terrassenboden sein darf.

 

Fazit: Beim Terrassenboden ist erlaubt, was gefällt

Die Terrasse gehört heute für viele Eigenheimbesitzer einfach dazu. Aber: Bevor es sich eine Familie darauf bequem machen kann, sind einige Fragen zu klären. Es geht zum Beispiel darum, welches Material als Terrassenboden verlegt wird. Und wie das Material optisch ansprechend verlegt wird. Darüber hinaus spielen auch Aspekte wie Pflegeaufwand und Langlebigkeit eine Rolle. Jede Terrasse ist am Ende ein Unikat, das nicht nur den persönlichen Geschmack seiner Besitzer repräsentiert, sondern das Gartenensemble gelungen abrunden muss. Nur so erreichen Gartenbesitzer, dass sie sich in ihrer Grünoase letztlich auch wohl fühlen können.


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15.12.2016 - 11:01 Uhr