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Der 14-jährige hat ein Buch mit vielen Beispielen geschrieben

Tayo Braun ist vom Zauberwürfel infiziert

In den 80er-Jahren war „Rubiks Zauberwürfel“ Kult. Nun hat sich der 14-jährige Tayo aus Unterhausen von diesem Virus infizieren lassen und selbst ein Lösungsbuch geschrieben.

31.12.2012
  • von Norbert Leister

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Lichtenstein-Unterhausen. „Bei mir im Friedrich-List-Gymnasium sitzen oft bis zu 15 Schüler in den Pausen da und beschäftigten sich mit dem Würfel“, sagt Tayo Braun im Gespräch mit dem TAGBLATT. Der Würfel, das ist dieses Ding, das zu Beginn der 1980er Jahre einen regelrechten Boom ausgelöst hatte, das zum Spiel des Jahres gekürt wurde, an dem (fast) jeder Mensch wie wild herumdrehte und versuchte, jede Würfelseite mit einer jeweils anderen Farbe zu versehen. Über viele Jahre hinweg war dieser „Zauberwürfel“ verschwunden. Nun scheint er eine Renaissance zu erleben.

Und wie kam Tayo Braun dazu? „Wir waren 2011 in den Ferien an der Nordsee. Die ersten Tage hat es nur geregnet und unser Vater zeigte uns da den Würfel“, sagt der 14-Jährige, der mit der Familie in Lichtenstein-Unterhausen wohnt. Tayo war von dem Kubus fasziniert.

Der „Zauberwürfel“ hat ihn nicht mehr losgelassen. Zum Geburtstag, zu Weihnachten ließ er sich wahrlich unglaubliche Würfel schenken – der größte hat nicht wie die normalen drei mal drei, also neun Steine auf jeder Fläche, sondern 11 mal 11, und damit 121 – ein Produkt aus Hongkong.

„Damit kann man nette Muster machen, wie ein Smiley oder ein Herz“, sagt Tayo. Aber nur, wenn man weiß, wie das funktioniert. Und das ist der Punkt. „Man sollte schon ein wenig räumliches Vorstellungsvermögen besitzen.“

Tayo ist mittlerweile Profi im Lösen von Würfel-Problemen. Und er hat inzwischen selbst Würfel in allen möglichen Variationen gebaut – und im Lauf des vergangenen Jahres ein Lösungsbuch geschrieben für andere Infizierte, wie er einer ist.

Die tollsten Muster und viele Lösungswege

Auch im Internet hatte der 14-jährige Gymnasiast recherchiert: „Da gibt es zwar Lösungsbücher, die sind aber von Mathe-Professoren geschrieben“. Will heißen: Die versteht kein Mensch. Und Kinder verstehen schon gar nicht, die ja auch ein Interesse daran hätten, das Geheimnis des Würfels zu lüften. Neben dieser einen Anleitung finden sich in dem Buch, das Tayo nun entworfen und selbst gestaltet hat, insgesamt 80 Beispiele, um auf dem Würfel die tollsten Muster zu erzeugen.

Nun ist es ja nicht gerade einfach, ein Buch zu gestalten. Tayo ist deshalb zu einem Fotografen gegangen und hat den Würfel ablichten lassen. Dann fragte er einen Grafiker, ob der die Gestaltung des Buches übernehme. „Das hätte aber zu lange gedauert und wäre zu teuer gewesen.“

Unterstützung von der Familie

Also machte Tayo sich selbst an die Arbeit. Auch einen Verlag hat er sich selbst gesucht. „Zuerst habe ich es bei verschiedenen Verlagen probiert.“ Die hätten aber aufgrund der zahlreichen Farbfotos und aufwendigen Grafiken abgelehnt. Erst bei „Books on Demand“ landete er einen Volltreffer: „Das passte gut, weil ich da die Gestaltung auch selbst machen konnte“, sagt der Jung-Autor und Jung-Designer.

Aber er hat auch Unterstützung durch seine Familie erhalten, etwa beim Einholen der Rechte. Schließlich darf nicht jeder ein Buch über den Zauberwürfel machen – die Genehmigung dafür musste in England beantragt werden. Eine Bekannte von Tayos Mutter hat das für ihn erledigt. Die Gestaltung der Umschlagseite seines Buches „Basic Cubing new Generation“ übernahm sein Pate. Und nun ist dieses Werk im Buchhandel zu haben. Und im Internet, bei allen großen Online-Buchhändlern. Über einen Punkt freut sich Tayo besonders: Ein Freund von ihm habe auch die Faszination des Würfels entdeckt, „der ist vorher immer vor dem PC vor so Ballerspielen gesessen.“ Dann ging der Freund zum Zauberwürfel über und ist jetzt bei Strategiespielen gelandet.

Und Tayo selbst? „Vor dem Würfel hatte ich in Mathe immer eine 2 oder 3, jetzt liege ich schriftlich bei einer glatten 1.“ Natürlich sei das Würfel-Spiel kein Wunderding. Aber es helfe, sich zu konzentrieren. „Und es trainiert die Ausdauer“, ist Tayo Braun überzeugt. Obwohl der Jugendliche die vergangenen Monate viel, viel Zeit in sein Buchprojekt investierte, haben Schule und Hausaufgaben nicht gelitten, sagt er. Und Sport macht er auch noch. Kampfsport. Jiu-Jitsu. Und schon hat er sein nächstes Buch in Planung. Wieder dreht sich alles um den magischen Würfel. „Aber das Buch ist dann nur was für Profis.“ Und es wird noch eine Weile dauern, bis es erscheint.

Info: Tayo Yannic Braun: „Basic Cubing new Generation“, Verlag: Books On Demand 2012, 144 Seiten, 28 Farbabbildungen, 12,90 Euro.

Tayo Braun ist vom Zauberwürfel infiziert
Tayo Braun mit den verschiedenen Zauberwürfeln: „Man sollte schon ein wenig räumliches Vorstellungsvermögen besitzen.“ Bild:Leister

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31.12.2012, 12:00 Uhr
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