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Tag für Tag Sinn & Unsinn

Es gibt auf der Welt Dinge, denen an 364 Tagen im Jahr definitiv zu wenig Wertschätzung entgegengebracht wird. Ich spreche von Dingen, ohne die das Leben jedes properen Erste-Welt-Kinds ein bisschen weniger heiter wäre.

20.11.2012

Minzschokolade, Nacktradeln, Kerzenlicht und Purzelbäume: Könnt Ihr Euch eine Welt ohne vorstellen? Eben.

Um uns an alle diese Unentbehrlichkeiten zu erinnern, gibt es die Welttage. Kann ja sein, dass alles mit den Vereinten Nationen angefangen hat, die den ersten Welttag einrichteten – um auf Probleme in der Welt aufmerksam zu machen und das Bewusstsein für Frieden zu schärfen. Mir dagegen erscheint der Welt-Bloody-Mary-Tag von weitaus größerer Bedeutung.

Ganz besonders freue ich mich auch auf den Tag der Waffel. Ich stelle mir das so vor: Ein Waffelliebhaber aus Belgien ruft bei der Welttagekomission in New York an und fragt, ob wohl noch ein Tägchen frei sei. Die geföhnte Bürodame mit dem armseligsten Job der Welt schaut im Kalender nach und antwortet gelangweilt: „Ich kann Ihnen den 25.März anbieten. Direkt nach dem Welttuberkulosetag. Einverstanden?“ Und so entsteht dann der kuriose und irgendwie abartige Welttagekalender, wo der Weltaidstag auf den Welttag des Schneemanns folgt, wobei zwei Drittel der Bevölkerung den wohl aus Kunstschnee bauen sollen.

Darüber kann man sich aufregen. Muss man aber nicht. Man kann sich auch einfach über den Weltlachtag freuen, sich über den Tag der Blockflöte auslassen und sich spaßeshalber einen „Anti-Musikalische-Früherziehung-mit-Blockflöten-Tag“ ausdenken. Man kann zum Weltnudeltag Freunde zum Pastakochen einladen und so viel mehr.

Mein absoluter Favorit am 7. Februar: der „Winke deinem Nachbarn mit allen Fingern Tag“. Das werd ich sowas von machen. Im Ernst: Ich finde es gut, dass es Tage gibt, die uns auf ernste Themen, benachteiligte Gruppen und politische Ereignisse aufmerksam machen. Und ich finde es ebenfalls gut, dass es Tage zum Rumalbern und Lachen gibt. Tag für Tag eine Portion Sinn oder Unsinn: eine ziemlich gute Sache.

Catharina Schreiner, 17

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20.11.2012, 12:00 Uhr
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