Rosen gegen die Angst

Syrische Flüchtlinge demonstrierten auf dem Reutlinger Marktplatz

Reutlingen. Rund 50 überwiegend syrische Flüchtlinge aus mehreren Reutlinger Unterkünften haben gestern Abend auf dem Marktplatz ihre Betroffenheit über die tödliche Attacke eines Landsmanns mit einem Dönermesser vom Sonntag ausgedrückt. Rund 200 Reutlinger haben solidarisch an der Demonstration teilgenommen, die etwa eine halbe Stunde dauerte.

Es gab keine Reden, die Flüchtlinge verteilten gelbe und rote Rosen, an denen ein offener Brief hing. Sie hielten Transparente hoch. Darauf stand etwa: „Wir teilen Ihre Ängste und Sorgen“ und: „Wir verurteilen jegliche Gewalt“. Die Idee entstand in einem Deutschkurs auf der Römerschanze. Eyad Alkostantini schrieb einen Leserbrief, den das TAGBLATT gestern abgedruckt hat. Er habe mit vielen Deutschen gesprochen und „gemerkt, dass sie Angst haben“, sagte er. Und: „Wir sind aus derselben Welt. Wir haben in Damaskus auch in Frieden gelebt.“

Die Flüchtlinge seien besorgt, dass sie nach der Tat in Kollektiv-Haftung genommen würden, so Traugott Huppenbacher vom Arbeitskreis Flüchtlinge. mre


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30.07.2016 - 01:00 Uhr