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Generalstreik-Buch

Symbolische Ehrung

Die Rezension („Hellsichtige Rebellen“) des überarbeiteten Mössinger Generalstreik-Buchs veranlasste Leserbriefschreiber Wilhelm Steinhilber zu kritischen Anmerkungen (15. September).

27.09.2012

Sehr geehrter Herr Steinhilber, warum wollen Sie Jakob Textor das Heldentum – das der bescheidene Mann übrigens niemals selbst für sich beanspruchte – absprechen? Waren denn nicht alle, die am Mössinger Generalstreik teilnahmen und damit Verfolgung durch die Nazis riskierten, Helden, ob sie nun ganz jung waren oder schon älter, Männer oder Frauen, KPD-Mitglied oder nicht?

Leider kennen wir von den 800, die dabei waren, nur wenige mehr mit Namen als die 90, die im Sommer 1933 vor dem Landgericht Tübingen angeklagt waren. Wen die Nazibehörden nicht ermittelten, schwieg besser, um nicht auch verfolgt zu werden. Und auch nach 1945 war es nicht tunlich, sich in Mössingen zur Teilnahme am Generalstreik zu bekennen. Die Zeiten von Restauration und KPD-Verbot waren nicht eben günstig für ehemalige Widerständler.

Würde Mössingen Jakob Textor, ehren, wäre das eine symbolische Ehrung für alle (Mössinger) Generalstreikteilnehmer/innen, die bekannten wie die unbekannten. Warum also nicht eine Jakob-Textor-Straße in Mössingen – und eine August-Nill-Straße in Nehren (nach dem „Jakob Stotz von Nehren“, wie ihn seine Witwe zu nennen pflegte) sowie eine Wilhelm-Steinhilber-Straße in Belsen. Letztere allerdings nicht benannt nach Ihnen, sondern nach Ihrem gleichfalls aus Belsen stammenden Namensvetter. Wilhelm Steinhilber, geboren 1911, war der einzige Generalstreikteilnehmer, der sein antifaschistisches Engagement mit dem Leben bezahlte. Er war, wie Paul Ayen, der Spanischen Republik zu Hilfe geeilt und fiel als Angehöriger der Internationalen Brigaden 1936 bei der Verteidigung Madrids.

Jen s Rüggeberg, Tübingen

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27.09.2012, 12:00 Uhr

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