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Der Mann im Hintergrund

Sven Gallinsky produziert Heavy-Metal-, Klassik- und Sprachaufnahmen

Sven Gallinsky, 42, hat sich am Reutlinger Technikum zum Textiltechniker ausbilden lassen, aber immer schon einen Hang zur Musik gehabt. Vor zehn Jahren übernahm er ein kleines Musikstudio in einem Pfullinger Schreinerei-Gebäude und baute es sukzessive aus.

21.06.2011
  • Annett Winkle

Pfullingen. Tonstudio – dabei dachte man früher noch an einen kleinen dunklen, verrauchten Raum, versteckt in einer alten Fabrikhalle. Das Artist-Tonstudio in der Pfullinger Römerstraße liegt zwar abgelegen, allerdings hat sich Sven Gallinsky auf über 200 Quadratmetern vier freundliche und hoch professionelle Aufnahme-Räume eingerichtet und, unter anderem, zwei abgetrennte Bereiche für Schlagzeug und Gesang. Gallinsky, der seit Jahren Gitarre und Keyboard spielt, investierte seitdem rund 50 000 Euro in sein Ein-Mann-Tonstudio.

Dass er sich hier wohlfühlt, spürt man deutlich. Von seinem weißen Ledersessel im Regie-Raum aus lauscht er mit Kopfhörern der Musik, nickt im Takt, und drückt dazu die passenden Knöpfe. Durch ein großes Fenster direkt vor seinem Mischpult kann er das komplett isolierte Studio überblicken, wo gerade die sechsköpfige Stuttgarter Blues-Band Mo’ Better Blues ein Lied für ihre CD aufnimmt. Drei Tage lang haben sie das Studio inklusive Techniker gebucht. Wenn dann die Arbeit für die Musiker beendet ist, geht sie für Gallinsky erst richtig los. Er muss aus allen Aufnahmen die besten zu einem Album zusammenmischen.

Schalter, Kabel, grüne Linien

Für ein laienhaftes Auge besteht Gallinskys Arbeitsplatz nur aus Schaltern, Kabeln und einem Bildschirm mit vertikal verlaufenden grünen Linien. Doch Gallinsky weiß genau, welche Handgriffe nötig sind, um den besten Sound aus einer Band rauszuholen. „Heutzutage sind alle Aufnahmen digital“, erklärt der Tontechniker und leidenschaftliche Musiker, der sich sein technisches Wissen selbst beigebracht und in verschiedenen Workshops vertieft hat.

Insgesamt 17 Mikrophone befinden sich im Aufnahmestudio, allein elf davon am Schlagzeug, und, dank der „Digital Audio Workstation“, kurz DAW, können alle aufgenommenen Sequenzen einzeln angehört und bearbeitet werden, sagt er und blendet mit wenigen Klicks auf seinem Computer alle Mikrophone aus – bis auf das Gesangs-Mikro. „Das DAW bietet einem viel mehr Möglichkeiten als früher.“ So ließen sich verschiedene Takes, also Versionen, aufnehmen, die man später zusammenmixen kann.

Gallinsky erinnert sich, wie er vor vielen Jahren mit einem Vierspurgerät angefangen hat. Damals machte er noch zusammen mit seinem Bruder Musik. „Ich habe alles mal ausprobiert“, lacht er. Gitarre, Keyboard, Schlagzeug. Zu dieser Zeit entstanden auch seine ersten Tonaufnahmen für den Eigengebrauch.

Mittlerweile hat Gallinsky sein Hobby zum Beruf gemacht und schon mit einigen Promis zusammengearbeitet. So hat unter anderem die Band „Gallery“, die vor elf Jahren ihren größten Hit mit „Blue“ feierte, einige Zeit in Gallinskys Räumen verbracht. Das Stuttgarter Bandmitglied Andreas Vockrodt lieferte 2009 das offizielle Lied zum Gitarrenweltrekordversuch, der im Mainzer „Fernsehgarten“ ausgetragen wurde: „Welcome to Europe“, aufgenommen und abgemischt vom Pfullinger Tontechniker.

Hörbuch fürs Musical Jule Rapunzel

Zu Gallinskys Kunden gehören auch die drei Reutlinger von der Indie-Rock Band „Herr Stilz seine Freunde“ sowie der Musiker und Diplompädagoge Simon Madaus von der Kulturwerkstatt. Doch im Tonstudio dreht sich nicht alles nur um Musik. Gallinsky arbeitet regelmäßig auch mit dem Ernst Klett Verlag zusammen. Für Sprach-Lern-CDs macht er dann Aufnahmen in Spanisch, Englisch oder Japanisch.

Zuletzt fertigte er ein Hörbuch für das Kinder-Musical „Jule Rapunzel“ an. Und wer das nächste Mal in einer Telefon-Warteschleife fest hängt, sollte unbedingt auf die Musik achten. Möglicherweise hat sie Gallinsky produziert.

Sven Gallinsky produziert Heavy-Metal-, Klassik- und Sprachaufnahmen
Sven Gallinsky vor den Armaturen seines Artist-Tonstudios in der Pfullinger Römerstraße.Bild:Haas

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21.06.2011, 12:00 Uhr
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