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Suely In The Sky

Wo die Würde bleibt in einer Stadt, die aussieht wie eine hässliche Luftspiegelung.

Wo die Würde bleibt in einer Stadt, die aussieht wie eine hässliche Luftspiegelung.

O SEU DE SUELY
Brasilien

Regie: Karim Aïnouz
Mit: Hermila Guedes, Maria Menezes

- ab 0 Jahren

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24.11.2015
  • Dorothee Hermann

Es beginnt wie ein Tanz der Farben. Als das Bild scharf wird, hat sich diese Härte in Hermilas (Hermila Guedes) Züge gegraben. Sie sitzt im Bus, ein Baby auf dem Schoß, auf irgendeiner öden Landstraße. Dass sich über ihr ein unglaublich weiter Himmel spannt, wirkt wie ein Hohn auf ihre Niederlage. Sie hat es nicht geschafft, sich in Sao Paulo zu behaupten.

Die Kleinstadt mit den windschiefen Häusern liegt in der kargen Weite Nordostbrasiliens wie eine hässliche Luftspiegelung. Die Bewohner hängen alle irgendwie herum. Hermilas Großmutter ist nur mäßig begeistert, als sie wieder vor der Tür steht. Schließlich war sie ohne ein Wort verschwunden. Die alte Frau sagt nicht viel, aber die Bitterkeit, die ihr ins Gesicht geschrieben steht, spricht für sich. Regisseur Karim Aïnouz hebt die Figuren mit diesen einfühlsamen Nahaufnahmen gleichsam heraus aus ihren provisorischen Lebensverhältnissen. Wie die Tante, die unverheiratet geblieben ist, die Hure Georgina und Joao, den Mopedtaxifahrer, der Hermila für seine große Liebe hält.

Hermila verachtet die miese Kleinstadt und ist doch in ihr gefangen, denn ohne Geld hat sie keine Chance, je wieder wegzukommen. Am Busbahnhof wartet sie vergeblich auf Mateus, den Vater ihres Kindes, der versprochen hatte, ihnen nachzureisen.

Sie erkundigt sich, was es kosten würde, die Stadt zu verlassen, egal wohin, „nur möglichst weit weg von hier“. Autowaschen und das Verkaufen von Losen bringen bloß eine Art Almosen. Hermila hat auch nicht vor, für immer mit Georgina Nagellack zu schnüffeln und auf den nächsten Freier zu warten. Sie nennt sich Suely und setzt sich selbst als Gewinn ein in ihrer privaten Lotterie für eine „Nacht im Paradies“. Damit provoziert sie die ganze Stadt – als wäre die kalkulierte Prostitution für eine Nacht anstößiger als eine Existenz als Hure. Viel beunruhigender ist, dass Hermilas Verlassenheit für eine ganze Generation von Jugendlichen in der brasilianischen Provinz gelten dürfte.

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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Hm, der Film lässt eher kalt, eine Mischung aus zu gewollt und zu distanziert. Das Zielpublikum sind eher die Brexit-Briten die historisch-verquast von Nolan vermittelt bekommen sollen dass mit einer stiff upper lip und nationaler Einheit eine Schlacht zwar verloren gehen kann, der Krieg aber gewonnen wird. Am Ende sind alle Helden. Rule Britannia, we'll be back.
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