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Studis rocken das Curriculum
Engagement

Studis rocken das Curriculum

Eine bundesweit einmalige studentische Initiative entstand am Tübinger Weltethos-Institut: die World Citizen School mit 23 aktiven Gruppen.

26.10.2016
  • Volker Rekittke

Die Welt ein kleines bisschen besser machen – wer möchte das nicht? Sie tun etwas dafür: 240 Student(inn)en der Uni Tübingen engagieren sich für Menschenrechte und Entwicklungszusammenarbeit, setzen sich ein für Bildungsgerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Wirtschaftsethik (siehe Kasten). Und damit nicht jede Initiative vor sich hin arbeitet und diskutiert, gibt es die World Citizen School (W-School). Unter dem Dach des Weltethos-Instituts in der Hinteren Grabenstraße koordiniert und vernetzt Volkswirt Michael Wihlenda die Aktiven, hilft bei der Organisierung von Seminaren und Workshops, Konferenzen und Aktionswochen. Wihlenda gibt auch inhaltliche Tipps und Inputs – falls gewünscht. Denn die studentischen Initiativen arbeiten selbstständig.

Die beteiligten Gruppen könnten mit all ihren alternativen Angeboten locker ein paar Uni-Semester bestreiten. Ein Ziel der W-School ist denn auch ein „Curriculum Change“, sagt Wihlenda, eine Veränderung des Uni-Lehrplans. Es geht um andere Inhalte – aber auch um „eine Anerkennungskultur für das Lernen durch bürgerschaftliches Engagement“. Praktisch: Weil die Studierenden in den Gruppen durchaus auch Schlüsselkompetenzen lernen, die im Berufsleben einmal wichtig sein können, gibt’s für einige Aktivitäten auch jene von der Uni verlangten überfachlichen ECTS-Punkte (Credit Points).

„Die Weltwirtschaft befindet sich in einer Krise. In der Krise steckt aber auch die Art, wie Ökonomie an den Hochschulen gelehrt wird, und die Auswirkungen gehen weit über den universitären Bereich hinaus.“ So beginnt der „Internationale studentische Aufruf für eine Plurale Ökonomik“ von 2014, an dem Gustav Theile mitgearbeitet hat. Der 23-jährige BWL-Student ist Mitbegründer von „Rethinking Economics“. Warum? Weil er nicht nur vermeintlich unumstößliche „ökonomisch-mathematische Gesetze“ pauken, sondern auch über Gesellschaft und Politik reden will. Theile ist überzeugt: „Wirtschaft ist, was wir draus machen.“ Am Mittwoch, 26. Oktober, startet im Kupferbau (18 Uhr, Hörsaal 24) eine Ringvorlesung der Tübinger Gruppe zu Themen wie alternative Denkschulen der Wirtschaftswissenschaften, Mindestlohn, postkoloniale Fragen.

„Transnationale Unternehmen und Menschenrechte“ – das ist diesmal das Semesterthema der Tübinger United Nations-Hochschulgruppe (Start: Mittwoch, 26. Oktober, 20.15 Uhr, im Politik-Institut, Melanchthonstraße 36). Politikwissenschaftler Maurice Thaidigsmann, 22, ist schon lange mit dabei und reiste zu einigen „Model United Nations“-Konferenzen, bei denen sich tausende Studierende aus der ganzen Welt treffen – in Berlin oder New York.

„Welche Chancen gibt dir die Gesellschaft – und welche Potenziale schlummern in dir?“ Mit dieser Frage beschäftigt sich Karin Mainusch, 23. Die Medienwissenschaftlerin macht mit bei „Rock Your Life“. Das Thema: Bildungs- und Chancengerechtigkeit. Aktuell bilden 30 studentische Mentoren Tandems mit jungen Tübingern, die die Gemeinschaftsschule West besuchen oder in einer Wohngruppe der Bonhoeffer-Häuser leben. Dabei geht’s unter anderem um Hilfe bei Schulproblemen, Hausaufgaben, die Vermittlung von Praktika oder die Lehrstellensuche. Mainusch kommt selbst aus einer Nicht-Akademikerfamilie, sie ist in ihrer Familie die erste Studentin. „Viele junge Leute haben Potenzial, hängen aber in der Arbeiterklasse und ihrem Familienumfeld fest.“

Die Tübinger World Citizen School

23 studentische Gruppen arbeiten mittlerweile unter dem gemeinsamen Dach der World Citizen School (W-School). Die wiederum ist am Weltethos-Institut Tübingen (WEIT) beheimatet.

Die Universität Tübingen hat den Wert des geballten und selbstbestimmten studentischen Engagements erkannt: „Die W-School ist eine ausgezeichnete Ergänzung und Erweiterung der universitären Studienprogramme und Kursangebote“, schreibt Prorektorin Karin Amos im Vorwort zum ersten Wirkungsbericht: „Die Universität Tübingen bekennt sich zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung.“

Die W-School vernetzt Initiativen von „Anti Corruption International“ über „Greening the University“ bis zur entwicklungspolitischen „you-manity“-Gruppe.

Mehr Infos unter: www.worldcitizen.school

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26.10.2016, 01:00 Uhr
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