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Stromberg - Der Film

Stromberg - Der Film

Kinoadaption der (real-)satirischen Fernsehserie mit Christoph Maria Herbst als schmieriger Büro-Tyrann.

Jetzt im Kino: Das Büroekel schleimt sich auf der Leinwand ein - "Stromberg - Der Film"

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Jetzt im Kino: Das Büroekel schleimt sich auf der Leinwand ein - "Stromberg - Der Film" --

01:24 min

Deutschland

Regie: Arne Feldhusen
Mit: Christoph Maria Herbst, Bjarne Mädel, Oliver K. Wnuk

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

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28.12.2013
  • Klaus-Peter Eichele

Für diejenigen, die Bernd Stromberg nicht kennen, hier sein Steckbrief. Beruf: Leiter der Schadensregulierung der Colonia-Versicherung. Habitus: Gockel. Charakter: fies. Der Typ mit dem Klobrillenbart ist ein moderner Verwandter von Heinrich Manns „Untertan“: einer, der nach oben buckelt und schleimt, nach unten Tritte verteilt – am liebsten, wenn die Opfer sich schon winselnd im Staub wälzen. Politische oder ethische Überzeugungen liegen ihm jedoch fern. Ob Sexist oder Frauenversteher – das hängt bei Stromberg ganz von der Situation ab. Im Grunde ist er nämlich ein armes Würstchen, das von allen geliebt werden will – aber jede Gelegenheit dazu mit Karacho versemmelt.

All diese Eigenschaften offenbart Stromberg auch im Kinofilm, mit dem die wohl beste deutsche Fernsehserie der jüngeren Zeit kongenial zum Abschluss gebracht wird. Nur kurz wird im Finale noch einmal deutscher Büroalltag, von der versifften Kaffeemaschine bis zum Hahnenkampf der Alphatierchen, satirisch auf die Schippe genommen. Danach geht’s erstmals raus aus der stickigen Rigipswand-Bude, um zwei andere Arbeitswelt-Phänomene zu sezieren: den Betriebsausflug und die Firmenfeier.

Überschattet wird die Sause zum 50-jährigen Colonia-Jubiläum von Gerüchten über Massenentlassungen. Sie animieren sowohl den von Christoph Maria Herbst bewährt brillant gespielten Stromberg als auch seinen frisch gebackenen Machtrivalen Ernie (Bjarne Mädel) zu Höchstleistungen beim Herankumpeln an die Führungsriege – wobei der Titelheld immer einen Tick bauernschlauer und rücksichtsloser, wenn auch nicht unbedingt erfolgreicher, zu Werke geht.

Neben diesem Hauptstrang gibt es eine Reihe gallig witziger Seitenepisoden, die Stromberg teilweise in einem neuen Licht erscheinen lassen. Beim notorischen Anbaggern seiner Büro-Traumfrau zeigt er diesmal mitunter romantische Qualitäten. Die Erkenntnis, dass andere noch verkommener sind als er selbst, macht ihn zeitweilig sogar zum Gutmenschen, der in die Schlacht gegen die Auswüchse des Kapitalismus zieht. Zu versöhnlerisch? I wo. Stromberg wäre nicht Stromberg, wenn er auf den Barrikaden nicht ein für sich allein reserviertes Süppchen kochen würde.

Gegen die wirklich Bösen und Fiesen ist selbst Oberekel Stromberg ein Konfirmand.

Spielplan

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28.12.2013, 12:00 Uhr | geändert: 02.04.2014, 12:00 Uhr

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