Kommentar · Auto

Strenge Hand ist nötig

Von THOMAS VEITINGER

Wer jeden Cent zwei mal umdrehen muss und seine Kosten für Benzin anhand der Verbrauchsangaben der Hersteller berechnet, lag schon immer falsch.

Doch ein 42 Prozent höherer Verbrauch ist eine Frechheit. Und das ist nicht alles. Vor einem Jahr wurde bereits die gleiche Abweichung zwischen Realität auf der Straße und Wunschdenken der Autobauer festgestellt. Was hat sich getan in den vergangenen zwölf Monaten? Nichts.

Nach einer weiteren ICCT-Untersuchung ist nur jeder zehnte Diesel der Abgasnorm Euro 6 im Alltag so sauber wie auf dem Papier. Damit verspielen Hersteller die Glaubwürdigkeit, die sie so dringend brauchen. Ihre Beteuerung, die Diesel der neuesten Generation sind sauber, ist nichts wert.

Dazu passt: Im Jahr 2016 wurden laut Umweltbundesamt wieder mehr Treibhausgase freigesetzt. Eine Schlüsselrolle kommt dabei dem Verkehr zu.

Es hilft nichts: Wenn sich schon die Bundesregierung und ihre Ministerien nicht in der Lage sehen, die Treibhausgasemissionen im Verkehr zu senken, muss es die Europäische Union machen. Es ist zu hoffen – und das muss man sich einmal klar machen – dass die EU Grenzwerte für CO2 setzt, damit Deutschland seine Ziele von 40 bis 42 Prozent Treibhausgas-Reduzierung bis 2030 erfüllen kann. Deutschland braucht eine strenge Hand.


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

(c) Alle Artikel und sonstigen Inhalte der Website sind urheberrechtlich geschützt. Eine Weiterverbreitung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags Schwäbisches Tagblatt gestattet.


07.11.2017 - 06:00 Uhr